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Headline:Olivenöl ist ungesund für Mittelmeerländer
Stichwort:Bodenzerstörung
Rubrik:Naturschutz
Datum:19.Juni.2001, 15:47
Text:WWF und Birdlife international stellen dem Olivenanbau in EU-Ländern ein schlechtes Zeugnis aus

Der Olivenanbau zeichnet die Mittelmeerregion schon seit Jahrhunderten aus. Oliven und das aus ihnen gewonnene Öl werden auf eine natürliche Art und Weise bewirtschaftet. Dies ist eine Bereicherung der natürlichen Umwelt und Vielfalt. Der Bericht des WWF und Birdlife international zeigt auf, dass diese Vorstellung heute nicht mehr der Realität entspricht. Weil die «gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union» intensive, bewässerte Kulturen massiv fördert, wird die Olive neuerdings zum Problem: Diese neuen agro-industriellen Intensiv-kulturen sind heute bereits die Hauptursache der Bodenerosion, der Austrocknung und Zerstörung der Natur- und Kulturlandschaften in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland. Aus diesen vier Ländern stammt weltweit 80% des Olivenöls. Die Schweiz ist in Sachen Olivenöl Grossverbraucherin.

Der Bericht des WWF und Birdlife international weist unter anderem auf folgende Tatsachen hin:

Die Oliven-Intensivkultur zerstört die Böden am Mittelmeer. Im Süden Spaniens verlieren die andalusischen Böden bis zu 80 Millionen Tonnen urbare Ackererde. Das Wasserreservoir von Guadalén in Jaen, Andalusien, ist von den Erdfrachten aufgefüllt worden, die aus dem nackten Boden der Olivenkulturen ausgeschwemmt worden sind.
Weil Olivenbäume trockene Gegenden mögen, werden neue bewässerte Pflanzungen vor allem in den trockenen Gebieten wie Kreta, les Pouilles und Andalusien angelegt. In der Gegend von Jaen im Einzugsgebiet des Guadalquivir werden diesem Fluss 480 Millionen Kubikmeter Wasser zuviel entnommen, von denen 300 Millionen allein für die Bewässerung der Olivenkulturen verwendet werden.
In Griechenland, Spanien und Portugal werden die alten Olivenhaine gerodet. Diese sind teilweise mehrere hundert Jahre alt. Insbesondere für Vögel bieten diese traditionellen Olivenhaine einen wichtigen und reichhaltigen Lebensraum, der nun sogenannten Zwergkulturen nach industriellem Muster weichen muss. In den Neunzigerjahren wurden allein in der Region Cordoba 50 Rodungen zum Zweck der Landgewinnung für industrielle Olivenkulturen dokumentiert. Davon lagen einige sogar in Naturschutzgebieten.
Fast das ganze Budget für Olivenanbau der EU - 3.75 Milliarden Franken - geht in die Subvention des Verkaufspreises. Das heisst, wer mehr produziert, kriegt mehr Geld. Diese Politik fördert die Intensivierung, die Bewässerung und die Ausweitung der Anbauflächen.

Gerade jetzt, da der Olivenanbau zu einem Model für nachhaltige Bodennutzung gedieh, reiten die Subventionen diesen Sektor und die Umwelt in den Ruin. Preiszerfall und Überproduktion werden die Folgen dieser Politik sein.

WWF und Birdlife international erwarten von den EU-Agrarministern eine sofortige Reformation der Olivenanbau-Politik. Subventionen für die Produktion müssen aufgegeben werden zu Gunsten von Flächenbeiträgen, damit die öffentliche Hand nicht länger die bewässerten Intensivkulturen unterstützt.

Die Schweiz ist Grossverbraucherin
Die Schweizerinnen und Schweizer haben grossen Appetit auf Oliven. Die Restaurants und die Grossverteiler bieten mehrere Qualitäten Olivenöl an, darunter auch biologische. Innerhalb von zwölf Jahren haben sich die Olivenölimporte verdoppelt. Im Jahr 2000 waren es auf 7500 Tonnen. Hauptlieferant ist Italien, das 55% des Schweizer Marktes abdeckt, gefolgt von Spanien mit 33%.

Obwohl die Biolabel Bewässerung nicht ausschliessen, empfiehlt der WWF Schweiz, Bioöle zu kaufen. Bioproduktion garantiert einen schonenden Umgang mit der Natur und verbietet den Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden. Die Label "Demeter" und die Knospe von "BioSuisse" sehen in ihren Bestimmungen vor, dass Massnahmen getroffen werden müssen, um der Bodenerosion vorzubeugen und sind deshalb besonders empfehlenswert.

Andere Bio-Olivenöle kommen in der Regel aus Olivenkulturen, die nach den weniger strikten Auflagen der EU bewirtschaftet werden. Chemische Hilfsmittel sind ebenfalls verboten, aber die Plantagen werden zu wenig vor Bodenerosion geschützt.





Quelle:WWF Schweiz
Link:www.wwf.ch

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