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Headline:Buwal: Zuwenig Kapazität in den Verbrennungsanlagen
Stichwort:Abfallverbrennung
Rubrik:Abfall
Datum:6.April.2001, 15:04
Text:Abfallstatistik: Abfallmenge stabil - aber zuwenig Kapazität in den Verbrennungsanlagen

3,15 Millionen Tonnen brennbarer Abfall sind 2000 angefallen– praktisch gleich viel wie im Vorjahr. Die Kurve hat sich somit erstmals seit 1997 stabilisiert. Trotzdem überstieg sie die verfügbare Verbrennungskapazität um 380‘000 Tonnen, weshalb das seit dem 1. Januar 2000 geltende Ablagerungsverbot für brennbare Abfälle noch nicht in allen Regionen umgesetzt werden konnte. Der Bau neuer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) ist vor diesem Hintergrund gerechtfertigt.


Die aktuelle Abfallstatistik des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) zeigt: Nach einem rapiden Zuwachs 1998 und 1999 hat sich das Jahrestotal an brennbaren Abfällen letztes Jahr stabilisiert. Der aufgrund der guten Wirtschaftslage befürchtete weitere Anstieg ist nicht eingetreten. Das BUWAL erwartet für die nächste Zukunft stabile oder allenfalls geringfügig steigende Abfallmengen.

Es fehlen drei mittelgrosse KVA


Seit dem 1. Januar 2000 dürfen brennbare Abfälle nicht mehr auf Deponien gelagert werden, sondern sind in geeigneten Anlagen zu verbrennen. Den Schweizerischen KVA fehlt aber die Kapazität, um diesen Auftrag vollständig umzusetzen: Obwohl die KVA spätestens ab April 2000 mit voller Leistung liefen, mussten 380'000 Tonnen Abfall unbehandelt auf Deponien abgelagert werden, und trotz inzwischen realisierten Erweiterungen werden auch dieses Jahr gegen 300'000 Tonnen Kapazität fehlen. Dies entspricht der Leistung von drei mittelgrossen KVA.

Massvolle, regional angepasste Kapazitätserweiterungen


Bund und Kantone halten an Ihrem Ziel fest, das Ablagerungsverbot für brennbare Abfälle flächendeckend umzusetzen. Behörden, Verbände und Entsorgungsbetriebe setzen alles daran, die bestehenden Anlagen auszulasten und die Koordination zwischen den einzelnen KVA weiter zu verbessern. Regionen ohne eigene KVA oder ohne Zugang zu einer ausserregionalen KVA werden zusätzliche Kapazitäten schaffen müssen.

In der Nähe von Freiburg nimmt dieses Jahr eine neue KVA den Betrieb auf. Sie wird ab 2002 die brennbaren Abfälle des Kantons Freiburg sowie einen Teil des Waadtländer Kehrichts entsorgen. Mit einer Verbrennungsleistung von 90'000 Jahrestonnen kann diese Anlage die Engpässe der Romandie lindern.

Trotz der neuen KVA Freiburg und dem Ausbau bestehender Anlagen (z.B. in Monthey, VS) wird sich die Kapazitätssituation erst 2005 entspannen, wenn die im Berner Oberland geplante KVA ihren Betrieb aufnimmt. Das Bundesgericht in Lausanne hat das Bedürfnis für diese Anlage anerkannt. Es hat die Beschwerden der regionalen Gegnerschaft abgewiesen.

Ob auch der Kanton Tessin eine eigene KVA erhalten wird, steht nicht endgültig fest. Bis letzten Herbst war in Giubiasco der Bau einer Thermoselect-Anlage geplant, doch als die in Deutschland gebaute Pilotanlage ihren Regelbetrieb wegen technischen Schwierigkeiten nicht aufnehmen konnte, hat der Tessiner Staatsrat die Vereinbarung mit dem Thermoselect-Konsortium aufgekündigt. Darum wird der Tessiner Kehricht, auch wenn lange Transportwege in Kauf genommen werden müssen, in den Ostschweizer KVA verbrannt - solange es in der Ostschweiz freie Kapazitäten gibt. Steigt die gesamtschweizerische Abfallmenge in den nächsten Jahren auch nur unwesentlich, wird sich der Bau einer eigenen KVA im Tessin aufdrängen.

Das Ziel: Ökologisch und ökonomisch optimale Abfallentsorgung


Mit dem Bau zusätzlicher Verbrennungskapazitäten fallen Engpässe weg, und die KVA müssen nicht bis an ihre Leistungslimite betrieben werden. Ein leistungsmässig optimierter Betrieb zahlt sich betriebswirtschaftlich aus. Gleichzeitig entsteht ein gewisser Spielraum, um auf steigende Abfallmengen ohne teure Übergangsmassnahmen reagieren zu können.

Nötig sind angesichts der nach wie vor grossen Abfallmengen aber auch Massnahmen zur Abfallvermeidung und Abfallverwertung. Der nachhaltige Umgang mit Rohstoffen und die Suche nach Anreizen, die das nötige Umdenken fördern, werden ein zentrales Thema der künftigen Abfallbewirtschaftung sein.


Quelle:BUWAL Informationsdienst
Link:www.umwelt-schweiz.ch

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