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Name:Beling, Walter ( 1899 – 1988)
Biografie:Geboren am 19. Mai in Berlin, Sohn eines Schneiders; nach der Fachschule Maschinenschlosser bzw. Angestellter in Handelsbetrieben. Von 1916 bis 1918 Soldat, er beteiligte sich 1918/19 an den Aufständen in Kiel und Berlin. 1924 Mitglied der KPD. 1928 wurde er unter dem Reichskassierer Arthur Golke hauptamtlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kasse, die er ab 1932 leitete. Nachdem Golke im April 1933 seiner Funktion enthoben, wurde Beling zentraler Kassierer des ZK der KPD. Am 20. Juli 1933 durch Verrat von Paul Grobis und Werner Kraus in Berlin verhaftet, verurteilte ihn der VGH zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Luckau im Januar 1936 flüchtete er in die ˇCSR, von dort im November 1936 nach Frankreich. Hier war Beling Mitglied der Emigrationsleitung der KPD, arbeitete als Redakteur der »Roten Fahne« und am »Freiheitssender 29,8«. Im September 1939 interniert, gelang ihm im Juni 1940 die Flucht in die unbesetzte Zone Frankreichs. Am 12. Dezember 1941 in Marseille verhaftet, konnte am 1. September 1942 erneut fliehen und war in der Résistance aktiv. Im November 1945 kehrte er nach Deutschland zurück. Zunächst Chefredakteur beim Berliner Rundfunk, bei Gründung der SED wurde Beling Leiter der Abteilung Organisation im ZS des PV. Der II. SED-Parteitag im September 1947 wählte ihn in den Parteivorstand und in dessen ZS, bis zu seinem Ausscheiden 1950 verantwortlich für die Parteikasse und alle Geschäftsangelegenheiten der SED. Im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre verlor Beling im August 1950 sämtliche Ämter. Wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe schwer erkrankt, blieb er bis November 1951 arbeitsunfähig, dann als Normensachbearbeiter in den VEB-Kranbau Eberswalde abgeschoben, später dort Vizedirektor. Nachdem das 28. ZK-Plenum im Juli 1956 die Parteistrafen von August 1950 auch formal annullierte, ohne eine wirkliche Rehabilitierung vorzunehmen, kam Beling als Hauptabteilungsleiter in das DDR-Außenministerium. Von 1959 bis 1965 war er Ständiger Vertreter der DDR bei der UNO-Wirtschaftskommission für Europa in Genf. Als Parteiveteran erhielt er u. a. 1969 den Karl-Marx-Orden. Walter Beling starb am 31. Mai 1988. Seine Frau Theodora (Thea) Beling, geborene Brey (* 11. 11. 1909 in Gelsenkirchen) war die Tochter eines Bergarbeiters. Nach einer kaufmännischen Ausbildung, Arbeit als Kassiererin bzw. Detacheuse. Seit 1927 war sie Mitglied des KJVD, seit 1930 der KPD und arbeitete 1932 für die RGO-Leitung Ruhrgebiet. Im Dezember 1932 heiratete sie Anton Saefkow, (die Ehe wurde 1939 geschieden). Von März bis Juli 1933 und Oktober/November 1933 in Hamburg verhaftet, nach Entlassung Arbeit als Detcheuse in einer chemischen Reinigung. 1935 emigrierte sie zunächst nach Prag, dann in die Sowjetunion, wo sie von November 1935 bis November 1937 Kursantin der Internationalen Leninschule in Moskau war. 1937 nach Frankreich geschickt, arbeitete sie an der „Deutschen Volks-Zeitung“. Im Mai/Juni 1940 im Lager Gurs interniert, kämpfte sie nach ihrer Entlassung in der Rèsistance. Als Mitarbeiterin des Verbindungsdienstes für die illegale Wehrmachtarbeit, leitete sie unter dem Namen "Mado" eine Wehrmachtgruppe und agierte selbst unter Wehrmachtsoldaten, sammelte unter ihnen wichtige Informationen und gab sie an die Rèsistance weiter. Am Frontabschnitt Lorient tätig, nahm Thea Beling im August 1944 an der Befreiung von Paris teil und war enge Mitarbeiterin von Harald Hauser, dem Generalsekretär des „Komitees Freies Deutschland“ in Frankreich. Nach der Befreiung arbeitete sie in deutschen Kriegsgefangenenlagern und baute dort Gruppen der "Bewegung Freies Deutschland" mit auf. Im Mai 1945 Rückkehr nach Deutschland, zunächst Instrukteurin der KPD-BL Niederrhein, später Redakteurin der „Volkszeitung“ in Dortmund. 1948 Übersiedlung in die SBZ, (1950 Heirat mit Walter Beling). Sie wurde Mitglied der SED und Leiterin der Abteilung Schulung der DEFA. 1954 stellvertretende Direktorin der Hochschule für Filmkunst in Potsdam, später persönliche Mitarbeiterin des Vorsitzenden des Staatlichen Komitees für Filmwesen, ab 1955 Leiterin der Abteilung Kontrolle in der Hauptverwaltung Film des Ministeriums für Kultur. Thea Beling starb am 17. März 1990 in Ost-Berlin.

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