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Headline:Zehn Prozent der Schweizer Wälder sollen Reservate werden
Stichwort:Waldreservate
Rubrik:Naturschutz
Datum:20.März.2001, 15:09
Text:Innerhalb der nächsten 30 Jahre sollen zehn Prozent der Waldfläche als Reservate gesichert werden. Die Hälfte davon als Naturwaldreservate, in denen die Natur ganz sich selbst überlassen wird. Die andere Hälfte als Sonderwaldreservate, in die der Mensch zurückhaltend eingreift, um seltene und bedrohte Arten zu fördern. Bundespräsident Moritz Leuenberger, das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und die kantonalen Forstdirektoren haben sich auf diese strategischen Ziele bei der Ausscheidung von Waldreservaten geeinigt. Somit kann am Tag des Waldes (21. März) ein wichtiger Erfolg für die Schweizer Waldpolitik bekannt gegeben werden.


Verschiedene Strategien, je nach Region
Es wird nicht erwartet, dass jeder einzelne Kanton zehn Prozent seiner Waldfläche als Reservat ausscheidet. Entsprechend der Vielfalt an Naturlandschaften müssen auch die Naturschutzstrategien vielfältig und auf die regionalen Besonderheiten abgestimmt sein. Die Bedeutung der drei Naturschutz-Instrumente "naturnaher Waldbau", "gezielt eingreifen", und "nicht mehr eingreifen” ist nicht in jedem Kanton gleich. Durch die Zusammenarbeit benachbarter Kantone soll aber sichergestellt werden, dass in jeder Region eine sinnvolle Naturschutzstrategie umgesetzt wird, welche die nationalen Ziele unterstützt.
Dabei sind folgende Ziele wichtig:
Die Vielfalt der Waldgesellschaften, Arten und Erbanlagen bleibt erhalten.
Aus ökologischen, naturpädagogischen und wissenschaftlichen Gründen läuft auf einer repräsentativen Fläche von Reservaten die natürliche Dynamik ab.


Die biologische Vielfalt fördern
Die Schweizer Waldpolitik will grundsätzlich keine Trennung von Produktionswald und Schutzwald. Vielmehr strebt sie auf der ganzen Fläche einen möglichst naturnahen Wald an, der gleichzeitig alle wesentlichen Funktionen erfüllt: den multifunktionalen Wald. Der flächendeckende naturnahe Waldbau reicht jedoch nicht aus, um die biologische Vielfalt im Wald langfristig zu erhalten und die erwünschte Dynamik sicherzustellen. Unbestritten ist deshalb, dass zusätzlich zwei weitere Elemente nötig sind: In den Sonderwaldreservaten die gezielte Förderung von seltenen, bedrohten und empfindlichen Arten; in den Naturwaldreservaten dagegen keinerlei Einmischung, so dass sich der Wald hier natürlich entwickeln kann. Der Zugang zu den Waldreservaten steht der Bevölkerung generell offen. Falls eine bedrohte und empfindliche Tierart geschützt werden soll, wird die Bevölkerung informiert und angehalten, auf den Wegen zu bleiben. Solche so genannten Weggebote gibt es heute schon im Nationalpark.


Zehn Prozent Waldreservate erleichtern die Zertifizierung der Forstbetriebe
Über die Grösse der Reservatsfläche gingen die Meinungen bisher auseinander. Bundespräsident Moritz Leuenberger, das BUWAL und die Forstdirektoren der Kantone haben sich nun aber auf die Ziele in der Reservatspolitik geeinigt. Grundsätzlich will man im Rahmen der unterschiedlichen Strukturen und finanziellen Möglichkeiten von Bund und Kantonen spätestens bis 2030 überall in der Schweiz die nationalen Standards erreichen, die seit 1999 für die Waldzertifizierung der Forstbetriebe gelten: Zehn Prozent der Waldfläche sollen langfristig als Reservate gesichert werden. Ausserdem sieht die Strategie eine besondere Förderung von grossen, über 500 Hektaren umfassenden Reservaten vor, von denen es noch zu wenige gibt.


Keine Quantität ohne Qualität
Die Grösse von Waldreservaten sagt wenig aus über ihre Qualität und somit wenig über ihre Bedeutung für den Naturschutz. Die ausgeschiedenen Reservate müssen deshalb immer auch qualitative Kriterien erfüllen, die in den kantonalen Waldreservatskonzepten festgelegt sind. Diese Konzepte werden vom Bund genehmigt: Damit wird sichergestellt, dass sie auch den nationalen und internationalen Anforderungen genügen.
Quelle:BUWAL
Link:www.umwelt-schweiz.ch

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