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Headline:Waldameise: Tier des Jahres 2002
Stichwort:Artenschutz
Rubrik:Naturschutz
Datum:31.Januar.2002, 15:57
Text:Grosse Ehre für ein kleines Tier: Pro Natura ernennt die Waldameise zum «Tier des Jahres 2002». Die Krabbeltiere sind Vorbilder auf dem Weg zum neuen Nationalpark in der Schweiz. Sie zeigen: Miteinander können Kleine Grosses leisten.

Im Kinohit «Das grosse Krabbeln - A bug’s life» sind die sympathischen Zeichentrick-Ameisen in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer gekrabbelt. Das sollen diese Insekten auch jetzt tun - als «Tier des Jahres 2002» von Pro Natura. Zum ersten Mal erhält dieses Jahr ein Insekt diesen Titel. Bisher hat Pro Natura jeweils Flaggschiffe des Naturschutzes zum «Tier des Jahres» gemacht: Biber, Laubfrosch, Luchs und Steinadler.

Die Wahl der Waldameise ist kein Zufall. Denn die Botschaft, die von diesen Tieren ausgeht, steht stellvertretend für die aktuelle Kampagne von Pro Natura. Gemeinsam können viele kleine Tiere etwas Grosses schaffen. Genau dieses Denken braucht es bei der Gründung eines neuen Nationalparks in der Schweiz. Daran arbeitet die Naturschutzorganisation mit Hochdruck.

Wichtig für Ökosysteme
Unter dem Begriff «Waldameise» stecken eigentlich sieben Arten. Sie sind unterschiedlich verbreitet und stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Lebensräume. Gefährdet ist laut Roter Liste nur die Strunkameise (Formica truncorum). Trotzdem sind alle «Waldameisen» in der Schweiz geschützt. Weshalb? «Ameisen spielen im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle, und die Nester sind potenziell gefährdet», erklärt Pro Natura Artenschutzexperte Urs Tester. Der Schutzstatus solle die Leute dazu bewegen, auf die Bauten Rücksicht zu nehmen. Die Waldameisen haben aber auch natürliche Feinde und stehen unter anderem auf dem Speisezettel verschiedener Spechtarten. Hohe Verluste fordern Kämpfe mit anderen Ameisen.

Ausgeklügelte Kommunikation
Waldameisen sind nicht einfach lästige Krabbelviecher, die einem das Picknick in freier Natur vergällen. Wer sich mit ihnen befasst, entdeckt Erstaunliches. Besonders ausgefeilt ist ihre Kommunikation. Diese Insekten «sprechen» über Duftstoffe miteinander. Mit spezifischen Gerüchen markieren Waldameisen ihre Verkehrswege und ihre Nahrung oder alarmieren Artgenossinnen. Die chemische Keule der Königin unterdrückt gar die Fortpflanzung ihrer Arbeiterinnen. Ausserdem verleiht sie dem Stock und dessen Volk eine ganz besondere Duftnote. Wer nicht so riecht, wird bekämpft. Informationen tauschen die Waldameisen auch über Fühler- und Körperkontakt aus.

Nationalpark auch für Ameisen
Vier der sieben einheimischen Waldameisen lassen sich übrigens im Nationalpark im Engadin beobachten. Dem bisher einzigen der Schweiz. Fleissig wie die Ameisen arbeitet deshalb Pro Natura an einem Projekt, das unserem Land einen zweiten Nationalpark bringen soll. Die Naturschutzorganisation hat denjenigen Gemeinden eine Million Franken Starthilfe zugesagt, die den neuen Nationalpark gründen. Sechs Projektregionen sind zur Zeit daran, die Machbarkeit eines solchen Grossschutzgebietes zu überprüfen. Obwohl dieser Prozess bisher länger gedauert hat, als Pro Natura erwartete, ist Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär, zuversichtlich: «Dass der zweite Nationalpark kommt, ist nur eine Frage der Zeit. Viel spannender ist die Frage wo er hinkommt.»


Quelle:ProNatura
Link:www.pronatura.ch

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