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Headline:Gentechnikdebatte: Umweltverbände unzufrieden
Stichwort:Gentechnologie
Rubrik:Technologie
Datum:15.Juni.2001, 14:15
Text:Die Anliegen von Pro Natura und WWF haben an Unterstützung gewonnen - die Umweltverbände erwarten mehr



Das Resultat der Gentechnikdebatte im Ständerat ist ungenügend, denn die Massnahmen zum Schutz der Umwelt, der Landwirtschaft und der Konsumentinnen und Konsumenten sind zu schwach. Die von der Ratsminderheit eingebrachten Verbesserungen fanden im Ständerat keine Gnade und wurden allesamt abgeschmettert. Resultat ist ein Gentechnikgesetz, dass bald von der EU überholt sein wird. Der WWF Schweiz und Pro Natura erwarten vom Ständerat die notwendigen Korrekturen.

Die von Ständerat Eugen David eingebrachte Verbesserung der Deklaration verpassten die Mehrheit nur knapp. Der Antrag hätte endlich die Warenflusskontrolle als Basis für die Deklaration verankert. Mit dieser Haltung wird die Schweiz bald hinter den Vorschriften der EU zurückliegen. Die Erweiterung der Bewilligungskriterien mit "öffentlichen Interessen", die sogar der Bundesrat gestützt hätte, wurde klar abgelehnt. Die Mehrheit im Ständerat war der Meinung, sie hätte das unsichere Gebiet der Gentechnik bis weit in die Zukunft hinaus geregelt.

Der Moratoriumsantrag fand, trotz beachtlicher Unterstützung im Rat, keine Mehrheit. WWF und Pro Natura werten das als Erfolg für das Anliegen, das von Landwirtschaft und Konsumentenschutz mitgetragen wird. Bernadette Oehen stellt fest: "Der Minderheitsantrag ist überraschend knapp abgelehnt worden. Das Moratorium hat an politischer Unterstützung gewonnen. Das lässt für den Nationalrat noch alles offen."

Mit Erstaunen nahmen die Umweltverbände zur Kenntnis, dass als wichtiges Argument gegen ein Moratorium die neu formulierten Zulassungskriterien ins Feld geführt wurden. Verschiedene Gegner des Moratoriums halten diese Zulassungskriterien für so streng, dass dadurch eine Freisetzung in den nächsten Jahren verhindert würde. Pro Natura und WWF teilen diese Einschätzung nicht. Heute fehlen die wissenschaftlichen Grundlagen, um die ökologischen Auswirkungen zu beurteilen. Beat Jans von Pro Natura betont: "Nur ein echtes Moratorium wird verhindern, dass die Gentechnik mit all ihren negativen Auswirkungen in der Schweizer Landwirtschaft Einzug hält."




Quelle:WWF Schweiz
Link:www.wwf.ch

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