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Headline:Gen-Moratorium jetzt!
Stichwort:Gentechnologie
Rubrik:Technologie
Datum:5.Juni.2001, 14:43
Text:30'000 Bürgerinnen und Bürger fordern vom Ständerat: Gen-Moratorium jetzt!

WWF Schweiz und Pro Natura übergeben dem Ständerat 30'000 Protestkarten

Über 30'000 Bürgerinnen und Bürger haben innerhalb kürzester Zeit die Forderung nach einem Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen, nach dem Schutz der gentechfreien Produktion und einer vollständigen Deklaration unterstützt. Vertreterinnen und Vertreter von WWF Schweiz und Pro Natura haben heute Dienstag, 5. Juni, zum Auftakt der Sommersession die Protestkarten mit einer Aktion vor dem Bundeshaus dem Ständerat übergeben. 30'000 Menschen bedeuten ein halbes Referendum. Die Umweltorganisationen werden das Referendum ergreifen, sollte die Politik gegen die Interessen von Bevölkerung, Landwirtschaft und Umwelt entscheiden.


Schon frühere Meinungsumfragen haben gezeigt, dass Konsumentenschaft und Produzenten eine gentechfreie Schweiz wollen. Eine Schweiz, in der gesunde und umweltverträgliche Lebensmittel angebaut, produziert und gekauft werden können. Mit der Kartenaktion wollen WWF Schweiz und Pro Natura ihre Forderungen an den Ständerat vor seiner Debatte über das Gentechnikgesetz verstärken. Die Umweltorganisationen fordern: Ein Moratorium bis ins Jahr 2010 für die kommerziellen Anwendungen der Gentechnik, den Schutz der gentechnikfreien Produktion und eine vollständige Deklaration. Diese Forderungen werden auch von Produzentenorganisationen und Konsumentenschutz mitgetragen.

Das zur Debatte stehende Gentechnikgesetz bringt nach Meinung von WWF Schweiz und Pro Natura keine Verbesserung der aktuellen Situation, sondern fasst primär bestehendes, geltendes Recht zusammen: Der vorgesehene Schutz vor Täuschung stammt aus dem Lebensmittelgesetz. Einspracherecht, Vorsorge- und Verursacherprinzip sind bereits im Umweltschutzgesetz verankert, und die Freisetzungsverordnung lieferte die Vorlage für das Zulassungsverfahren transgener Organismen. Als einzige Verbesserung sieht das Gentechnikgesetz den Einschluss des Umweltschadens in die Umwelthaftung und ein Moratorium auf transgene Tiere vor. Damit sind die Umweltorganisationen nicht zufrieden.

Mit dem Moratorium für die kommerzielle Anwendung der Gentechnik soll ein vorläufiger Verzicht des Anbaus transgener Pflanzen vor allem in der Landwirtschaft erreicht werden. In der dadurch gewonnenen Zeit können bislang nicht geklärte ökologische und ökonomische Risiken untersucht werden. Ein wirksamer Schutz der gentechnikfreien Produktion wäre mit einem Moratorium nur teilweise gelöst. Im Lebensmittelhandel trägt heute der Problemvermeider alle Kosten. Dies muss sich ändern. Künftig sollen die Problemverursacher, nämlich die Anbieter der Produkte, die Kosten tragen.

Eine vollständige Deklaration muss Konsumentinnen und Konsumenten auch über den Herstellungsprozess informieren. Die im Gentechnikgesetz vorgesehene Deklaration für gentechnisch veränderte Lebensmittel erfüllt diese Forderung nicht.


Quelle:WWF Schweiz
Link:www.wwf.ch

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