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Headline:Schiene stärken statt Strassenverkehr erleichtern!
Stichwort:Alpentransit
Rubrik:Verkehr
Datum:20.Mai.2001, 15:47
Text:Resolution zum Lastwagenstau am Gotthard

1. Massnahmen gegen die gegenwärtigen Lastwagenstaus am Gotthard haben sich primär an den Verlagerungszielen von Bundesverfassung und Gesetz zu orientieren.

Der Alpenschutzartikel verlangt seit 1994 die Verlagerung des Transitgüterverkehrs auf die Schiene innerhalb von zehn Jahren. Im Verkehrsverlagerungsgesetz ist konkretisiert, dass der alpenquerende Strassengüterverkehr in den ersten zwei Jahren nach Inkrafttreten des Landverkehrsabkommens auf dem Niveau des Jahres 2000 zu stabilisieren und bis spätestens zwei Jahre nach Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels auf 650'000 Fahrten pro Jahr zu reduzieren ist.

2. Die gegenwärtigen Lastwagenstaus haben nichts mit der Kapazität des Gotthardstrassentunnels oder dem Einzug der LSVA zu tun.

Die offiziellen Statistiken zeigen, dass auch das Verkehrswachstum nicht über dem (leider üblichen) Ausmass zu liegen scheint. Der Grund der Staus liegt allein in der Kapazität der Zollanlagen in Chiasso, die durch die gewachsene Gütermenge (grössere Lastwagen, grösserer Anteil voller Fahrzeuge) überfordert ist.

3. Das Problem Lastwagenstau darf nicht durch weitere Erleichterungen für den Strassenverkehr, sondern muss durch eine beschleunigte Verlagerung auf die Schiene gelöst werden.

So schnell wie möglich ist eine Task Force Schienenverkehr einzusetzen, die sich in Zusammenarbeit aller involvierten Kreise im In- und Ausland dem seit Jahrzehnten leidigen Problem des Grenzübergangs von Zügen und der Abnahmekapazität der italienischen Bahnen annimmt. Daneben muss beförderlich ein zusätzliches Paket von Verlagerungsmassnahmen ausgearbeitet und in Kraft gesetzt werden. Die bereits beschlossenen Verlagerungsmassnahmen müssen zügiger umgesetzt werden. Nötig ist auch ein weit stärkeres Engagement der Bahn, die zu mehr Leistungen fähig wäre.

4. Die Alpen-Initiative lehnt alle Massnahmen ab, welche darauf zielen, für die Lastwagen die Kapazität des Zolls oder der Strasse zu erhöhen. Befürwortet werden einzig Massnahmen, die durch eine Verbesserung des Verkehrsflusses ein Chaos auf der Strasse vermeiden helfen; die A2 darf nicht zum Stauraum für Lastwagen werden.

Auf keinen Fall akzeptabel sind jede auch nur partielle Aufhebung des Nacht- und Sonntagsfahrverbots, die Schaffung von neuen LKW-Stauräumen, Investitionenn für eine Kapazitätsausbau der Zollanlagen Chiasso und Basel und die Schaffung von neuen Inland-Zollanlagen. Alle diese Massnahmen widersprechen der Zielsetzung der Bundesverfassung, weil sie ein weiteres Anwachsen des Lastwagenverkehrs ermöglichen. Damit die A2 nicht zu einem Stauraum für Lastwagen wird, ist stattdessen der Zufluss von Lastwagen in die Schweiz und der inländische Lastwagenverkehr der Kapazität der bestehenden Zollanlagen azupassen.


Quelle:Verein Alpeninitiative
Link:www.alpeninitiative.ch

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