Beate Uhse gestorben

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Beate Uhse gestorben

    18.Juli.2001
    Die Gründerin der Beate Uhse AG verstarb im Alter von 81 Jahren in einem Schweizer Krankenhaus an einer Lungenentzündung.

    1946 startete sie den Versand mit einer Broschüre über natürliche Verhütung. Ihr damals noch kleines Unternehmen wuchs und Mitarbeiter wurden eingestellt. All ihre Energie und Schaffenskraft widmete Beate Rotermund bis zuletzt dem Unternehmen. Sie galt als die Gallionsfigur der Erotik-Branche.

    "Ein grosses Unternehmerherz hat aufgehört zu schlagen - Beate Rotermund-Uhse verstorben", heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens, dem sich sicherlich viele Flensburger Bürger anschließen.

    Beate Uhse wurde 1919 in Ostpreußen geboren und verließ mit 16 die Schule, um Fliegerin zu werden. Nach Kriegsende flog die verwitwete Beate Uhse mit der letzten Maschine aus Berlin und landete in Schleswig-Holstein, wo sie mit ihrer Aufklärungsbroschüre „Schrift X“ ihren Versandhandel begann. Beate Uhse ist es durch ihr offenes und seriöses Auftreten erfolgreich gelungen, die Erotikbranche aus der „Schmuddelecke“ zu holen. Der Weg zu diesem Unternehmenserfolg war steinig. In den prüden 50-ziger und 60-ziger Jahren wurden über 3000 Ermittlungsverfahren angestrengt. Erst die Liberalisierung der Gesetze 1975, die sie maßgeblich durch ihr missionarisches Wirken beeinflusst hat, brachte Beate Uhse die notwendige Anerkennung für ihre Tätigkeit.

    Beate Uhse hat langfristig für ihr Unternehmen Vorsorge getroffen. 1981 erhielt der Konzern die Rechtsform einer AG und ist seit 1999 an der Frankfurter Börse notiert. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in den M-Dax aufgenommen.

    Mit Weitblick für die Zukunft hat sich Beate Uhse 1992 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Es war immer ihr Anliegen, rechtzeitig für einen qualifizierten Vorstand zu sorgen, der die Führung des Unternehmens kontinuierlich in ihrem Sinne fortsetzt. Die heutigen Vorstände, Otto Christian Lindemann und Gerard Cok, stellen dieses Anliegen sicher.

    In den vergangenen Jahren erhielt Beate Uhse viele Ehrungen für ihr Lebenswerk u.a. 1998 den „Ehrenvenus“ des Berufsverbandes (International Erotic Award). Im Jahr 2000 wurde ihr die größte europäische Auszeichnung der „Hot d’Or d‘ Honneur“ in Cannes verliehen. Zu ihrem 80-zigsten Geburtstag ehrte sie die Stadt Flensburg mit der Eintragung ins goldene Buch und die Kirchengemeinde St. Marien mit einer Ehrentafel am Pastorat St. Marien, in dem Beate Uhse von 1946 bis 1961 lebte.

    Wie aus Kreisen der Aktionäre mitgeteilt wurde, soll der frei gewordene Aufsichtsratsposten von Beate Uhse von ihrem in der Erotikbranche erfahrenen Sohn Ulrich Rotermund, der 30 Jahre bei der Beate Uhse tätig war, fortgesetzt werden. Ulrich Rotermund war viele Jahre Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG und hat einen großen Anteil an der guten Unternehmensentwicklung.

    Die öffentliche Trauerfeier findet am Freitag, dem 03. August 2001, um 15.00 Uhr im Deutschen Haus in Flensburg statt. Die Beisetzung hat in aller Stille im engsten Familien-kreis stattgefunden.



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