Grillen: lecker gefährlich?

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Grillen: lecker gefährlich?

    26.Juni.2001
    Hamburg - Die Sonne scheint, am Wochenende wird gegrillt,auf ungezählten Rosten brutzeln Würstchen und Co. ihrer wahrenBestimmung als Gaumenfreude entgegen. Doch nicht immer herrscht eitel Sonnenschein bei den rund 80 bis100 Millionen Grillfeuern, die hierzulande zwischen April und Oktoberentfacht werden. Zwischen 3.000 bis 4.000 Grillunfälle passieren proJahr, 400 bis 500 enden mit schwersten Verbrennungen. Wer beim Grill-Spaß auf "Nummer sicher" gehen will, sollte deshalbschon beim Kauf von Grill, Holzkohle und Grillanzündern ganz genauhinschauen. Sicherheitsgeprüfte Grillgeräte tragen am Gerät die Nummer DIN66077, verliehen von der DIN CERTCO, Gesellschaft fürKonformitätsbewertung mbH, Berlin. Diese Geräte haben keine scharfenKanten und stehen kippsicher. Apropos kippsicher: Der Grill sollteimmer fest stehen, also auf allen drei oder vier Beinen und auf einemnicht entflammbaren Untergrund, am besten auf einem ebenen StückRasen, auf Steinplatten oder Pflastersteinen. Tabu: Spiritus zum Anzünden Auch bei der Holzkohle gibt es Qualitätsunterschiede, hochwertigeWare ist an der DIN 51749 zu erkennen. Absolut tabu sind beimAnzünden brennbare Flüssigkeiten wie Brennspiritus oder Benzin! Wenndiese Brennstoffe verdunsten, entsteht ein hochexplosives, brennbaresLuft-Gemisch in Form einer Glocke mit bis zu drei Metern Durchmesser.Beim Anzünden der Grillkohle kommt es dann zu einer Verpuffung, diewiederum die Ursache für schwere Verbrennungen ist. Durch denFlammenrückschlag kann auch der Brennstoffbehälter in der Handexplodieren. Kinder besonders gefährdet Gerade Kinder, die, von Glut und Feuer magisch angezogen, nahe amGrill stehen, können schwerste Verbrennungen im Gesicht davontragen.Sie müssen nicht nur eine langwierige und schmerzreicheKrankenhausbehandlung über sich ergehen lassen, sondern leiden oftihr ganzes Leben lang an einer trockenen, kälteempfindlichen Haut mitJuckreiz und Spannungsgefühl und an entstellenden Narben. Selbst gelartige Grillanzünder auf Alkoholbasis sind nicht immerungefährlich: Bei hochsommerlichen Temperaturen heizt Holzkohle sichbis zu 80 Grad Celsius auf, auf der heißen Kohle verflüssigt sich dieGrillpaste - und so entsteht auch hier ein explosives Gemisch, dassich entzünden und schwerste Brandverletzungen verursachen kann. Statt dieser hochexplosiven Grillanzünder gibt es im Fachhandelfeste und flüssige Anzündhilfen, deren Güte leicht am entsprechendenSicherheitszeichen (Prüf und Überwachungszeichen DIN 66358) und einerRegistriernummer zu erkennen ist. Diese gut zündenden Anzünderverpuffen und explodieren nicht und hinterlassen keineGeschmacksspuren. Heißen Grill nicht versetzen Ist das Feuer erst einmal sicher entfacht, ist es mit den Gefahrennoch nicht vorbei. Verweht ein Stück Holzkohle, sollte es möglichstgut im Auge behalten werden, damit es nicht zu einem Brand kommt. Werglaubt, an einer anderen Stelle des Gartens besseren Wind zu haben,sollte auf keinen Fall den heißen Grill tragen. Nur mit kaltem Grillkann man den Standort gefahrlos wechseln. Die Restglut sollte mit Sand gelöscht und nicht in den Abfalleimergeleert werden. Kohle nie auf dem Rasen oder auf den Acker ausglühenlassen, denn immer wieder ziehen sich Kinder schwerste Verbrennungenzu, weil sie in die Glut gegriffen haben oder in noch glühendeHolzkohlenreste getreten sind, die zum Auskühlen auf den Rasengeschüttet wurden. Deshalb sollten Kinder auch immer vom Grillfeuerferngehalten werden, am besten mit einer Barriere, zum Beispiel einSeil, das auf Pflöcken um den Grill gespannt wird. - ots -









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