Preisalarm in der Eurozone?

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Preisalarm in der Eurozone?

    17.Mai.2001
    Mit Sorge beobachtet der Einzelhandelsverband Nord - Ost, wie die veröffentlichte Meinung dem Einzelhandel bei jeder Preisbewegung nach oben und nach unten unlauteres kaufmännisches Verhalten unterstellt. Ungetrübt von sachlicher Ausgewogenheit jagen einige Meinungsmacher die Kaufmannschaft munter vor sich her.

    Noch vor Wochen hatten Stimmungsmacher am Meinungsmarkt die Niedrigpreise im Einzelhandel für die BSE-Krise verantwortlich gemacht. Nun gilt der Einzelhandel im Vorfeld der Euro-Bargeldeinführung als unverschämter Preistreiber. Beide Einschätzungen werden weder den rechtlichen noch ökonomischen Gegebenheiten im Einzelhandel gerecht.

    Noch immer steckt in den Vorstufen des Handels mehr Inflationspotential, als der Einzelhandel weitergeben kann: Im März, dem letzten Monat mit verlässlichen statistischen Angaben, betrug die Preissteigerungsrate für Einzelhandelsgüter 1, 3 %. Ganz anders die Preissteigerungsraten bei den Vorstufen des Handels: Einfuhr von Konsumgütern 3,5 %, Erzeugung von Konsumgütern im Inland 2,5 %, Großhandel mit Nahrungsmitteln 5,0 %.

    Auch im neuen Euro-Zeitalter wird der Verbraucher die Unternehmen belohnen, die die gewohnte Preisoptik mit Eck- und Schwellenpreisen mit einem Eurocent unter einem runden Betrag beibehalten. Die Euro-Bargeldeinführung bedeutet dabei eine Absenkung bei ca. zwei Dritteln der Preise des Einzelhandels. Nur in etwa einem Drittel der Fälle wäre der neue Euro-Preis höher als der vorherige DM-Preis. Vor diesem Hintergrund muss der Euro-Partner Einzelhandel eine deutliche Gewinnschmälerung befürchten, wenn die übrigen Begleitkosten der Währungsumstellung (Kassen- und Etikettierungssysteme, Waagen, Pfandschlösser, Leergutautomaten etc.) mitgerechnet werden.

    Die Meinungsmacher übersehen im übrigen die kalkulatorischen Zwänge, die der Euro ihren eigenen Informationsorganen und zu guter Letzt ihren eigenen Leser-, TV-Shops und Verbraucherbroschüren auferlegt, wollen auch sie die gewohnte Preisoptik mit knapp kalkulierten Schwellenpreisen beibehalten. Doppelte Preisauszeichnung ist dort bislang meist Fehlanzeige. Mit Spannung darf erwartet werden, ob es zum Jahreswechsel die Lokalzeitung zum krummen Euro-Preis von z.B. 0,77 € gibt. In welche Richtung die Preise der Fernseh-Detektive bei ihrer Berichterstattung über den Einzelhandel gehen, haben die Ministerpräsidenten der Länder schon längst vorgemacht: Euro-Preisglättung bereits seit 1.1.2001, aber nach oben.
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