ADAC-Pannenstatistik 2000

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ADAC-Pannenstatistik 2000

    27.April.2001
    München - Große Unterschiede in der Zuverlässigkeit von
    Autos hat die aktuelle Pannenstatistik des ADAC festgestellt. Bei den
    vier bis sechs Jahre alten Fahrzeugen fallen einige europäische
    Marken durch besondere Störanfälligkeit auf. Autos aus dem Land der
    aufgehenden Sonne haben dagegen in drei von fünf Fahrzeugklassen
    wieder einmal die Nase vorn. Nur in der Oberklasse und bei den
    erstmals untersuchten Vans bleiben die Europäer unter sich.

    Die Pannenstatistik ermittelt in jährlichem Rhythmus, wie viele
    von 1000 Fahrzeugen im Jahr mit einer Panne liegen bleiben. Um
    statistische Unschärfen zu vermeiden, werden nur Fahrzeuge
    berücksichtigt, von denen mehr als 10 000 Stück pro Jahr zugelassen
    wurden. Die wenigsten Pannen bei den Kleinwagen hatte 2000 der Toyota
    Starlet (8,1 Pannen pro 1000 Fahrzeuge). Der VW Polo (12,0) konnte
    den Mitsubishi Colt (13,0) auf Platz drei verdrängen. Zu den
    pannenanfälligen Fahrzeugen in dieser Klasse gehören der Fiat
    Cinquecento (30,1), der Fiat Punto (34,8), der Renault Twingo (34,9)
    und der Renault Clio (35,1), der seinen Besitzern häufig Ärger
    bereitete, weil Anlasser oder Wegfahrsperre streikten.

    Die untere Mittelklasse wird nach wie vor von den Japanern
    dominiert. Golf (17,2) und Astra (17,8) kommen erst nach dem
    fernöstlichen Quartett, bestehend aus Nissan Almera (8,8), Honda
    Civic/CRX (11,4) Toyota Corolla (11,7) und Mazda 323 (15,2).
    Gerissene Zahnriemen, die in der Regel schwere Motorschäden nach sich
    ziehen, brachten den Fiat Bravo/Brava/Marea (42,1) an das
    Tabellenende.

    In der Mittelklasse liegen der Toyota Carina (8,7) und der
    Mitsubishi Carisma (9,9) ziemlich gleichauf an der Spitze. Audi 80/A4
    (11,7) und die C-Klasse von Mercedes (13,3) folgen auf den Plätzen.
    Der Renault Laguna, kürzlich erst vom ADAC als sicherstes Fahrzeug im
    Crashtest hoch gelobt, bildet mit 35,6 Pannen pro 1000 Fahrzeugen das
    Schlusslicht. Alarmiert durch das Pannendebakel hat man bei Renault
    jedoch eine Qualitätskampagne gestartet, die sich für die neueren
    Modelle bereits auszuwirken beginnt.

    Nachdem der Ford Scorpio, lange Jahre Schlusslicht in der Tabelle,
    nicht mehr geführt wird, hält jetzt der Opel Omega (40,9) die rote
    Laterne des störanfälligsten Fahrzeugs in der Oberklasse. Die Fahrer
    des Rüsselsheimer Flaggschiffs müssen damit mehr als doppelt so viele
    Pannen befürchten, wie die des führenden Audi A6 (16,7).

    Erstmals in der Pannenstatistik wurde die Klasse der Vans in einer
    eigenen Gruppe dargestellt. Der Renault Espace (64,1), als Van einst
    ein Vorreiter in Europa erwies sich als pannenanfälligstes Auto der
    gesamten diesjährigen Pannenstatistik. Aber auch die Klassenbesten
    Ford Galaxy und VW Sharan liegen mit 36,9 und 33,7 Pannen pro 1000
    Fahrzeuge nicht besonders gut im Rennen.

    Die häufigsten Pannenursachen hängen mit der Fahrzeug-Elektrik
    (32,1 Prozent) zusammen. Besonders anfällig sind auch elektronische
    Bauteile (14,0 Prozent) wie Wegfahrsperre, Steuergeräte der
    Zündanlagen und Zündkerzen. Probleme mit dem Motor (11,7 Prozent)
    sind häufig auf defekte Zahnriemen zurückzuführen.

    Vor allem bei älteren Autos ließe eine regelmäßige Wartung in der
    Fachwerkstatt viele Pannen gar nicht erst entstehen. Manch teurer
    Motorschaden könnte vermieden werden, wenn marode Kühlwasserschläuche
    oder altersschwache Zahnriemen rechtzeitig erneuert würden. Wer
    möglichst pannenfrei unterwegs sein will, sollte auch immer wieder
    den Ölstand kontrollieren. Viele Hersteller haben inzwischen die
    Wartungsintervalle so verlängert, dass die Ölmenge zwischen den
    Inspektionen schnell unter die Mindestmarke absinken kann.

    Fast dreieinhalb Millionen Mal ist der ADAC im vergangenen Jahr
    ausgerückt, um liegen gebliebene Fahrzeuge wieder flott zu machen.
    Die rund 1700 Mitarbeiter der clubeigenen Straßenwacht und ihre
    Kollegen von über 1100 beauftragten Straßendienstunternehmen konnten
    in knapp 83 Prozent der Fälle die Schäden direkt vor Ort beheben, so
    dass den meisten Havaristen aufwändiges Abschleppen und hohe
    Werkstattrechnungen erspart blieben.

    Die Pannenhilfe des ADAC ist Tag und Nacht gewährleistet. Sie ist
    rund um die Uhr unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 0180

    2 22 22 22 zum Ortstarif erreichbar. Mobilfunkteilnehmer wählen
    aus allen Handy-Netzen ohne Vorwahl 22 22 22. Auch über die
    Notrufsäulen auf den Autobahnen ist der ADAC zu erreichen. Wichtig
    ist aber, dass die Hilfe durch den Automobil-Club ausdrücklich
    verlangt werden muss. Nur so lassen sich teure Abschleppaktionen
    sparen. Am einfachsten haben es ADAC-Mitglieder mit einem
    Telematik-Gerät: Mit einem Knopfdruck lässt sich im Notfall direkt
    aus dem eigenen Fahrzeug Hilfe rufen, über Satellit erfährt die
    Pannenhilfezentrale den Standort.
    - ots -

www.adac.de







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