| | Aktion | Titel | Text | Autor | | Ändern | SCHIMMELPILZ | Schimmelpilz - In den Wänden
Schimmelpilze in Wohnungen und Häusern gefährden nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Gesundheit der Bewohner. Er ist eines der häufigsten Streitpunkte zwischen Mieter und Vermieter in einer Mietwohnung. Die gefährlichen Kulturen hinterlassen an den Wänden in Kellerräumen und Badezimmer und Wohnräumen ihre fleckenartigen Spuren.
Schimmelpilz Zusammenfassung
Schimmel, Bakterien und andere Pilze greifen nicht nur die Stabilität eines Hauses an, die Sporen und Mikroorganismen können durch toxische Reaktionen bei den Menschen schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Die Ursachen für Schimmelpilzbefall sind vielfältig. Grundsätzlich begünstigt zu viel Feuchtigkeit das Wachstum, denn es ist die wichtigste Lebensgrundlage für die Pilze. Pfusch am Bau oder Bauschäden und infolgedessen feuchte Wände, schaffen optimale Voraussetzungen für das Wuchern der schädlichen Pilze. Dann hilft auch kein oberflächliches Entfernen des Schimmels - er kommt wieder. Vielmehr muss die Ursache gefunden und dauerhaft beseitigt werden.
Schimmelpilz Symptomatik
Schimmelpilze bilden weiße oder farbige - etwa grüne, braune oder schwarze - Überzüge auf feuchten Wänden oder Einrichtungsgegenständen. Diese Überzüge sehen aus wie Watte oder wie ein Rasen. Als heterotrophe Organismen können Schimmelpilze nicht wie andere Pflanzen das Licht zur Erzeugung von Energie nutzen, sondern ernähren sich von organischem Material. In der Biologie werden derartige Lebensformen als Reduzenten bezeichnet. Nährboden für Schimmelpilzkulturen liefern organische Stoffe, die fast überall vorkommen, in der Erde, im Holz, in Staubkörnern, sogar in Kunststoffen. Schimmel - und Bakterienbefall haben in der Regel nichts mit Unsauberkeit zu tun, die Sporen sind allgegenwärtig. Finden sie geeignete Lebensumstände, beginnen sie zu wachsen. Dazu brauchen Schimmelpilze und Bakterien nur ausreichend Feuchtigkeit und Nahrung. Dabei sind geringe Mengen organischer Substanzen ausreichend: bereits geringe Seifenreste und Hautschuppen sind z.B. ausreichend, damit eine Badezimmerwand schimmelt. Vornehmlich entwickelt sich Schimmel an besonders kühlen Stellen - etwa den Innenseiten von Ecken der Außenwände. Auch nah an kühlen Wänden aufgestellte Schränke bergen Gefahren, da dort die Luft schlecht zirkuliert.
Schimmelpilz Mensch und Bausubstanz
Das Ausbreiten von Schimmelpilzen erfolgt nach dem Lawinenprinzip: Es bilden sich Millionen ständig in der Luft zirkulierender Pilzsporen. Sie werden über die Raumluft vom Menschen aufgenommen. Schimmelpilz - Sporen sind neben Hausstaubmilben und Tierhaaren die wichtigste Ursache für allergische Erkrankungen in Innenräumen.
Wie zum Beispiel: Erkrankung der oberen und der unteren Atemwege, Hautreizungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Übelkeit, konstitutionellen Beschwerden (Grippegefühl, Muskelschmerzen, allgemeines Unwohlsein), Veränderung des weißen Blutbildes, Störung der Immunabwehr, Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Schimmel, Bakterien und andere Pilze greifen aber auch massiv die Stabilität eines Hauses an. Vor allem sind Altbauten betroffen, hier sollten defekte Rohrleitungen, Mauerrisse, Außenputzschäden umgehend behoben werden. Wenn sich hier der Schimmel erst einmal eingeschlichen hat, muss ihm rigoros zu Leibe gerückt werden um eine Ausbreitung zu verhindern. "Mit einem neuen Anstrich verdeckt man das Problem lediglich, beseitigt wird es nicht und kann jederzeit wieder ausbrechen.
Schimmelpilz Analyse und Messung
Nicht selten kommt es gerade bei Mietwohnungen zu heftigen Auseinandersetzungen bei der Klärung der Schuldfrage. Haben die Mieter den Schimmelbefall zu verantworten, weil sie das Fenster ständig geschlossen ließen oder resultiert er aus der schlechten Bausubstanz. Klarheit bringt hier eine Analyse mit einem elektronischen Thermo-Hygrografen. Dieser erfasst unter anderem die Luftfeuchtigkeit sowie Innen- und Außentemperatur während mehrerer Tage. Die Daten werden ausgewertet und lassen einen eindeutigen Rückschluss auf die Ursache für den Schimmelbefall zu. Dieses Verfahren gilt mittlerweile als beweiskräftigste Methode zur Klärung derartiger Streitfälle. Die Bestimmung der Feuchtebelastung von Baumaterialien erfolgt mit einem Feuchtigkeitsmessgerät, das über einen Such - und einen Messmodus verfügt. Der Suchmodus eignet sich besonders zum Aufspüren von Feuchtigkeit hinter Wandverkleidungen, Fußbodenbelägen und Keramikfliesen. In besonders schwierigen Fällen kommt der Hilfe eines Schimmelspürhundes zum Einsatz.
Schimmelpilz Vorbeugemaßnahmen
Die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sollte 60% nicht übersteigen. Die Räume sollten genügend geheizt werden (ca. 20 C), da die relative Luftfeuchtigkeit bei gleichem Feuchtegehalt, aber höherer Temperatur niedriger ist. 2-4 mal täglich Lüften, also Fenster für einige Minuten (5-15 Minuten) öffnen, sodass die feuchte Innenraumluft durch Frischluft ausgetauscht wird, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Bei Abwesenheit am Tage empfiehlt sich morgens und abends in den Wohn - und Schlafräumen einen kompletten Luftwechsel durch Stoßlüften (kurzzeitige weite Öffnung der Fenster und Türen) vorzunehmen. Stellen Sie wenn möglich nicht Einrichtungsgegenstände direkt vor die Außenwände, sondern lassen Sie Abstand für die Luftzirkulation. Türen beim Kochen Baden und Duschen geschlossen halten und Wasserdampf möglichst nach draußen leiten.
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| Ändern | Entwässerung | Bad Schwartau/Lübeck - Kostspielige Überraschung aus Brüssel: Eine EU-Richtlinie verpflichtet alle Hauseigentümer, die Abwasserkanäle auf ihrem Grundstück auf eigene Kosten überprüfen und im Schadensfall erneuern zu lassen. Die Stadt Bad Schwartau hat jetzt als eine der ersten Kommunen im Norden reagiert und ihre Bürger alarmiert: Sind die Rohre marode, können Test und Sanierung leicht mehrere tausend Euro verschlingen.
Die Schreckgespenster der Eigenheimbesitzer heißen Din 1986-30 und Din EN 13508: Die beiden Normen und das Wasserhaushaltsgesetz zwingen zum Test der Abwasserrohre. Bad Schwartau hat alle 4500 Haushalte schriftlich über das informiert, was auf sie zukommt. "Für sämtliche Leitungen auf dem Grundstück sind Bestandspläne zu erstellen. Zudem sind sie mittels einer TV-Kamera zu untersuchen", heißt es in dem Schreiben. Die "Dichtheit" müsse ein anerkannter Fachbetrieb bescheinigen. Leitungen, die vor 1965 gelegt und seither nicht erneuert oder saniert wurden, könnten generell - auch ohne vorherige Prüfung - als undicht eingestuft werden, heißt es in dem Schreiben weiter. Eine Erneuerung oder Sanierung sei in diesen Fällen "unumgänglich". Und das kann sehr teuer werden: Im Einzelfall sei mit einer Rechnung "deutlich über 2500 Euro" zu rechnen, schätzen die Städtischen Betriebe Bad Schwartau. Erledigt werden muss die Sanierung bis spätestens 2015.
Bis dahin sind alle europäischen Hauseigentümer verpflichtet, ihre Abwasserkanäle in Ordnung zu bringen. Als Grund für die Brüsseler Richtlinie wird der Umweltschutz angeführt. Christian Seyfert, Sprecher des Kieler Umweltministeriums: "Das Ziel ist es, die Wasser- und Grundwasserqualität zu verbessern." Auch die Lübecker Entsorgungsbetriebe werden demnächst eine Informationskampagne starten, um bei den Bürgern für die Rohruntersuchung zu werben.
Eine Kamerafahrt im Rohr kann mehrere hundert Euro kosten. Andreas Voss von der Firma Ex-Rohr setzt sie mit 150 bis 250 Euro an. Für eine Sanierung der Leitungen könnten je nach Verfahren etwa 150 Euro pro Meter, aber auch mehr fällig werden. Der Landesverband Schleswig-Holstein von Haus & Grund befürchtet hohe Belastungen für die 426 000 Eigenheimbesitzer im Land. "Das wird ein Fass ohne Boden", sagt Verbandsdirektor Alexander Blazek. Die Eigentümer-Gemeinschaft werde betroffene Hausbesitzer bei einer Musterklage begleiten. Den Passus, vor 1965 verlegte Leitungen seien grundsätzlich zu erneuern, lehnt Blazek ab. "Das ist eine Unterstellung. Im Gesetz steht nur, dass die Leitungen dem Stand der Technik entsprechen müssen." Ähnlich sieht auch Rainer Moeck von der Firma Rohr-Star die Aufforderung, ältere Rohre grundsätzlich zu erneuern. "Das ist eine Frechheit und nicht fair. Dass sie kaputt sind, kann man nicht pauschal sagen."
Vor mehr als 40 Jahren sei Teer für die Dichtungen verwendet worden, erklärt Norbert Schydlow, Entwässerungsexperte aus Lübeck. "Teer zersetzt sich. Man kann davon ausgehen, dass diese Dichtungen nicht mehr vorhanden sind." Wenn man das akzeptiere, spare man sich den Aufwand, die Rohre erst inspizieren zu lassen. Eine sofortige Erneuerung sei billiger, so der Experte.
Von Susanne Peyronnet, LN
| Susanne Peyronnet, LN |
| Ändern | Wärmedämmung lohnt sich nicht! | Bessere Wände, isolierte Fenster, eine neue Heizung: Eigentlich ist klar, was mit den meisten Altbauten in Deutschland passieren sollte. Nicht nur aus Klimaschutzgründen ist eine Sanierung sinnvoll, auch der Geldbeutel freut sich. Schließlich sind in 2010 die Heizkosten teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen.
Die Crux ist nur: In den wenigsten Fällen lohnt sich eine Wärmedämmung. Vierzig Prozent der Hausbesitzer, die sich zu einer Sanierung durchringen, können anschließend keine höhere Miete verlangen, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie:
“Selbst in den Fällen, in denen Mieterhöhungen erfolgten, ist der Gewinn für Vermieter in der Regel überschaubar: Bei 86 Prozent der sanierten Objekte betrug die dadurch erzielte Rendite weniger als 5 Prozent. Das liegt zum einen daran, dass jede Wohnung und jedes Haus aufgrund des Baujahrs, der Bauart und Nutzung unterschiedlichen Modernisierungsbedarf aufweist. (…) Zum anderen gelingt es vielen Vermietern schlicht nicht, die Sanierungskosten in ausreichendem Maße auf die Mieter umzulegen.”
Die Studienmacher, die 1300 Sanierungsobjekte zusammen mit der KfW untersuchten, kommen zu dem Schluss, dass die Investitionen in einigen Fällen sogar so hoch gewesen seien, dass Vermieter trotz einer starken (prozentualen) Mieterhöhung keine hohe Rendite erzielen konnten. | Marlies Uken 29. März 2011 |
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