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ROBBEN
Robben, Unterordnung der Raubtiere mit 34 meeresbewohnenden Arten, deren Gliedmaßen zu Flossen
umgebildet sind.
Robben sind in allen Meeresregionen der kalten und gemäßigten Zonen weit verbreitet. Robben bilden
drei Familien: Ohrenrobben, Walrosse und Hundsrobben. Die Vorfahren der Robben waren Landbewohner und
haben sich im Lauf ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung in das Wasser zurückgezogen. An das Leben
im Wasser sind sie nahezu perfekt angepasst, obwohl sie zur Paarung und zur Aufzucht der Jungen an die
Küste oder auf das Treibeis zurückkehren.
Robben erreichen je nach Art Kopfrumpflängen von 1,2 bis 5,0 Metern und Gewichte von 50 Kilogramm bis
vier Tonnen. Sie ernähren sich von Fischen, Krebsen, Mollusken, Seesternen, Pinguinen und anderen Meereslebewesen. Robbenweibchen bringen nach einer Tragzeit von etwa einem Jahr (manchmal einschließlich einer Keimruhe) zumeist nur ein Junges zur Welt. Robben können je nach Artzugehörigkeit ungefähr
14 bis 46 Jahre alt werden. Nahrungsfeinde sind vor allem Haie und Schwertwale. Robben sind ebenso
wie Wale farbenblind: In ihrer Netzhaut gibt es nur Zapfen für die Wahrnehmung von grünem Licht.
Auf einer internationalen Wissenschaftskonferenz über Meeressäuger in Monaco wurde 1998 auf die
Gefahren für Robben hingewiesen, die von der Meeresverschmutzung ausgehen. Als eines der
schwerwiegendsten Probleme gilt die Belastung durch Schwermetalle, die eine Verringerung der
Fruchtbarkeit und Schäden am Immunsystem zur Folge hat.
OHRENROBBEN:
Ohrenrobben besitzen einen langen, biegsamen Hals und kleine äußere Ohren. Ihre hinteren Flossen
können nach vorn gestellt werden und den Körper stützen. An Land bewegen sie sich mit Hilfe
aller vier Gliedmaßen fort. Man unterscheidet zwei
Gattungsgruppen von Ohrenrobben: Seelöwen und Seebären.
SEELÖWEN:
Seelöwen stellen die größere Gruppe der Ohrenrobben. Der Stellersche Seelöwe ist im Nordpazifik
heimisch. Die erwachsenen Männchen können bis 3 Meter lang und 1 000 Kilogramm schwer werden,
Weibchen sind viel kleiner und wiegen bis zu 300 Kilogramm. Die Mähnenrobbe, mit maximal 2,5
Metern eine kleinere Art, bewohnt die Küsten Südamerikas. Der etwas kleinere Kalifornische Seelöwe
lebt vor der kalifornischen und mexikanischen Küste sowie auf den Galápagos-Inseln, er wird häufig für Schauveranstaltungen im Zirkus oder Zoo dressiert.
SEEBÄREN:
Seebären ähneln anatomisch sehr den Seelöwen, besitzen jedoch ein dichtes, seidiges Unterfell. Man unterscheidet zwei Gattungen: Eine lebt auf der südlichen Halbkugel, die andere im Nordpazifik und im Beringmeer. Die südliche Gattung besteht (je nach taxonomischer Einordnung) aus acht Arten. Die
bekannteste Art ist in Tasmanien und an der Südküste Afrikas und Australiens zu finden.
Die einzige Seebärenart auf der nördlichen Halbkugel ist der Nördliche Seebär, der auf den
Pribilof-Inseln im Beringmeer anzutreffen ist. Das Männchen ist zumeist dunkelbraun gefärbt
mit grauem Schimmer an den Schultern. Im Alter von sieben Jahren wird der Bulle geschlechtsreif.
Er erreicht eine Länge von über zwei Metern und ein Gewicht von 270 Kilogramm. Das weibliche Tier
ist nach drei Jahren geschlechtsreif und wird durchschnittlich etwa 50 Kilogramm schwer. Größere,
ältere Bullen haben einen Harem mit bis zu 40 Kühen und kämpfen bis zur eigenen Niederlage gegen
alle Rivalen. Noch nicht geschlechtsreife Robbenmännchen und Junggesellen sammeln sich an Stränden,
die abseits von den Paarungsplätzen liegen. Mit dem Nahen des Winters ziehen die Robben Richtung
Süden in die Breiten der Baja California.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte das wahllose Abschlachten (zur Pelzgewinnung) durch die Meere wandernder Robbenherden zu einer starken Bestandsverringerung, von der insbesondere die Seebären
betroffen waren. Im Jahr 1911 wurden durch ein internationales Abkommen zwischen den USA,
Großbritannien, Russland und Japan wirksame Kontrollmaßnahmen zur Erhaltung der Nördlichen
Seebären eingeführt. Dieses Abkommen verbot das Jagen der Tiere im freien Wasser. Erlaubt war –
unter Kontrolle der Regierung – nur das Fangen nicht geschlechtsreifer Tiere und von
Junggesellen-Robben, die sich an den äußeren Grenzen der Paarungsplätze aufhielten.
Die Herde bestand 1911 aus etwa 200 000 Einzeltieren. Ein 1957 unterzeichnetes, überarbeitetes
Abkommen wandelte die Pribilof-Inseln in ein besonderes Schutzgebiet um. Die unter Schutz
gestellte Herde zählt nun etwa zwei Millionen Tiere und stellt damit ungefähr 85 Prozent des
Seebärenbestands der Welt.
HUNDSROBBEN:
Den Hundsrobben fehlen die äußeren Ohren, und sie haben einen kürzeren, relativ wenig wendigen
Hals sowie unterentwickelte vordere Gliedmaßen, an denen sich jedoch Krallen befinden. Mit Hilfe
dieser Krallen können Hundsrobben gut auf Felsen und Eisschollen klettern. Die hinteren Gliedmaßen
lassen sich nicht nach vorn stellen und werden beim Schwimmen, ähnlich wie der Schwanz eines Delphins, senkrecht von oben nach unten geschlagen. Hundsrobben sind besser an das Leben im Wasser angepasst als
die Ohrenrobben mit ihren längeren Gliedmaßen. Doch an Land bewegen sie sich nur mühsam fort, indem sie
den gesamten Körper biegen und winden. Um an Land eine Überhitzung zu vermeiden, lassen sie zur
Wärmeabgabe Blutgefäße durchströmen, die sich oberhalb ihrer dicken, isolierenden Fettschicht
befinden (Journal of Experimental Biology, 2003).
Viele Hundsrobben werden wegen ihres Felles gejagt. Dazu zählt der Seehund, der in den nördlichen
Meeren lebt; seine europäische Unterart (siehe Rasse) kommt an der Nordseeküste vor. Das Fell des
Seehundes ist gelblich weiß mit einer braunen Zeichnung. Er wird bis zwei Meter lang. Die Kaspirobbe
im Kaspischen Meer und die Baikalrobbe im Baikalsee sind mit maximal 1,4 Metern kleiner.
Die Sattelrobbe erreicht eine Länge von zwei Metern. Tiere dieser Art sind ausgesprochen gesellig
und während der Paarungszeit in großer Zahl auf den Eisschollen nördlich von Neufundland anzutreffen.
Die Eismeerringelrobbe ist ebenfalls im arktischen Raum verbreitet und hat etwa die gleiche Größe
wie die Sattelrobbe. Die Kegelrobbe und die Klappmütze sind größer und auch in den arktischen
Gewässern anzutreffen. Die Mittelmeer-Mönchsrobbe (bis 3,8 Meter) lebt im Mittelmeer und im
Schwarzen Meer, die Hawaii-Mönchsrobbe (bis 2,3 Meter) im Bereich der Hawaii-Inseln. Die zwei
Meter große Karibische Mönchsrobbe ist wahrscheinlich ausgestorben.
Die See-Elefanten erhielten ihren Namen wegen der an Elefantenrüssel erinnernden Nase und ihrer
Körpergröße. Einst gab es sie in großer Zahl, doch das aus ihrem Speck gewonnene Öl erbrachte so
viel Gewinn, dass die Tiere fast bis zur Ausrottung gejagt wurden. Mittlerweile sind die Bestände
jedoch stabil. Der Nördliche See-Elefant, der früher in den Gewässern von Südkalifornien
verbreitet war, erreicht eine Länge von 4,5 Metern. Von einem einzigen Tier gewann man bis zu
1 550 Liter Öl. Der bis fünf Meter lange Südliche See-Elefant war früher in den meisten Regionen
der südlichen Halbkugel anzutreffen und lebt heute noch auf der South Georgia Island und in anderen
Gebieten des Südatlantik. Zu den antarktischen Arten zählen der Seeleopard, die Weddell-Robbe, die
Ross-Robbe und der Krabbenfresser.
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