| Titel | Text | Autor |
| Über uns der Himmel, unter uns das Meer | Das glückliche Ende für Frances & Henry entschädigt für teilweise bisschen zähe Lesezeit. Zu viel Klischees und Oberfläche für meinen Geschmack. Schwierige Kombination: Krieg & Kitsch. Nicht durchgängig gelungen. Aber andererseits auch sehr schöne Stellen. Eben zum Beispiel das Ende und Frances nächtliche Stunden auf dem Meer. Unverkennbar Moyes.
| Jojo Moyes |
| Schattenspiel | Erst mal satt gelesen an der Autorin. Eine Gruppe pubertärer Erwachsener ist hilflos dem bösen David ausgeliefert und Schuld an allem Elend jeder einzelnen Person bis hin zu seiner eigenen Ermordung ist er. Die Protagonisten erleben sich am Ende als gereift, aber das rettet die Gesamtdarstellung auch nicht und bin froh, dass sie jetzt in alle Himmelrichtungen verstreut sind und das Buch zu Ende.
| Charlotte Link |
| Riven Rock | Sehr eindrücklich und nachvollziehbar wird das Abgleiten von einem Menschen in eine Psychose geschildert. Auch beeinflusst durch das teilweise kaum weniger ver-rückte und kranke Umfeld und irre Therapieansätze der damaligen Zeit verstrickt sich Stanley immer wieder und tiefer in eigene Gedanken und Wahrnehmungen. Sehr traurig und düster. Sehr lesenswert. | T.C.Boyle |
| Mittsommermord | Sehr sympathischer Wallander in diesem Roman. Und sehr spannende Geschichte mit detailliert gruselig und düsterem Blick in menschliche Abgründe. Wird wohl nicht mein letzter Wallander gewesen sein. | Henning Mankell |
| Alix, Anton und die anderen | Nicht rasend packend, sondern eher im Dahinplätschern die Leserin mitnehmend in die Strömungen menschlichen Seins in jetziger Zeit. Bleiben ein bisschen fern und diffus die Protagonisten. Und sehr offen geht die Erzählung zu Ende. Mag ich in aller Regel und auch in diesem Fall nicht. Trotzdem hoffe ich, dass Anton und Schnuff und die anderen glückliche Wege finden. Bis zu einem glücklichen Ende. | Katharina Hacker |
| Die Vegetarierin | Oberflächlich betrachtet drei Sichtweisen über eine schleichend ver-rückt werdende Frau. Allerdings wird man geradezu kumpelhaft mit den dreien verkuppelt, dass man fast deren eigenen Abartigkeiten verzeiht und deren Verstrickungen mit der Leidenden übersehen möchte. | Han Kang |
| Unterleuten | All überall ist man voll des Lobes über dieses Buch. Der Chor der Lobenden verweist darauf, dass sich hier in dem kleinen Kaff in Brandenburg ablesen lasse, was unser Doitschland im Großen ausmacht. Allein dem kann ich mich anschließen. Wie durch ein Brennglas wird der Blick auf die verschiedenen Dorfbewohner gelegt und es wird schnell deutlich, wie sie sich in die Quere kommen, weil jeder nur an sich denkt. Ansonsten sind die Figuren klischeehaft überzeichnet und der Schluss ist einfach nur grell-doof. Witzig ist das geschaffene Universum Unterleuten im Netz inklusive Herrn Gortzs Egoschwachsinn. | Juli Zeh |
| Alle Toten fliegen hoch | Noch so ein "Bestsellerlisten"-Buch. Wieder Mal stehe ich staunend und verwundert nach dem Lesen da und kann den Hype nicht nachvollziehen. Das Buch ist oft witzig, selten traurig und immer pubertär. Also geht so. | Joachim Meyerhoff |
| Hart auf Hart | Eine Mischung aus erklärter Paranoia und Rambo in the hood. Leider funktioniert beides nicht richtig: der autistische Amokläufer wird als Zeitbombe stilisiert und der Waldläuferblues erscheint zu idealistisch. Trotzdem fesselt die Sprache, der Rhythmus und die Spannung der Handlung. Aber wie ich finde: sein am wenigsten geniales Buch. | T. C. Boyle |
| Bordsteinkönig | Autobiographische Erzählung über das Aufwachsen in St. Pauli in den 70er und 80er. Manchmal berührt es einen, manchmal kriegt man Gänsehaut und manchmal ist es nur dumpfbackig. Ungefähr zu gleichen Teilen. | Michel Ruge |