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    Beitrag von gertie am Montag, 9.Januar.2006, 08:30

    guten morgen zusammen!
    2005/top/flop-liste: ich hab mir gedacht, ende januar ist ein guter termin. bis dahin hat sicherlich jede/r seine liste fertig, oder?
    selber bin ich auch noch am grübeln, welche bücher ich nehmen soll *g*.
    heidi, rosi und die anderen *alten* - welcome back, schön, dass ihr wieder dabei seid!
    lg
    gertie



    Beitrag von MarDrachen am Montag, 9.Januar.2006, 08:00

    Guten Morgen in die Runde, schön, von so vielen "Alten" etwas zu hören! Ich habe mein Lesejahr gut angefangen und hoffe, dass ich meine "Lese"krise jetzt überwunden habe. Hoffe andererseits auch, dass ich dafür nicht in eine "Lebens"krise stürze, weil ich mir wieder die Nächte um die Ohren lese und morgens verwirrt mit kleinen Äuglein erwache... Wach gehalten hat mich KHALED HOSSEINI: DER DRACHENLÄUFER, ein Buch, das viele von euch ja bereits gelesen haben. DORIS, ich erinnere mich, dass es Dir so gut gefiel, oder? Zum Inhalt deswegen hier wenig: Es geht um das Schicksal zweier afghanischer Jungen, die gemeinsam aufwachsen und deren Wege sich dann trennen; der eine verrät den anderen und lässt ihn im Stich; Jahrzehnte später holt ihn seine Geschichte wieder ein.
    Mit diesem Buch taucht man wirklich in eine ganz andere Welt ein; man erfährt vieles über Afghanistan. Die Geschichte lässt einen nicht los, ein echter "page-turner", auch wenn man den Ich-Erzähler manchmal schütteln möchte... Vielleicht ist dieses Buch keine ganz "große Literatur", aber es ist auf jeden Fall ein sehr aufwühlender Schicksalsbericht, der zum Schluss noch unglaublich spannend (und brutal) wird. Fazit: empfehlenswert! Nun werde ich mir *hallo ROSI* wohl den ersten Fall von Mma Ramotswe zu Gemüte führen, nachdem mir der zweite in letztem Jahr recht nett gefiel. Liebe Grüsse in die Runde, heute startet bei uns Schulalltag *wuuuäää*,
    MarDrachen



    Beitrag von Chris--21 am Montag, 9.Januar.2006, 07:10
    EMail: christianelbert@Yahoo.de

    Kann mir jemand von euch sagen wo ich das Buch"erfolgreich abschleppen" herbekomm??, oder nen Ebook Link? danke ....



    Beitrag von Eva am Sonntag, 8.Januar.2006, 22:27

    @Rosi:
    schön, dass du wieder zeit findest hier zu schreiben. und was dich betrifft, ich denke, dass es mir wie vielen anderen hier geht, wenn jemand des öfteren hier gepostet hat, gerät er/sie niemals in vergessenheit, auch nach jahren nicht *g*

    @heidi:
    ein herzliches willkommen zurück gilt auch für dich, die du dich auch einige zeit sehr zurück gezogen hattest...

    ich denke, jede(r) von uns hat mal eine zeit, wo man für sich selber ruhe und zurückgezogenheit braucht, vielleicht hier gerne mitliest, aber keine lust hat ein posting zu senden. dann jedoch ändern sich die zeiten und man ist gerne bereit wieder von sich hören zu lassen...
    alles richtig und verständlich!
    auch ich habe diese zeiten, derzeit leider schon fast ein bisschen zu lang, aber ich kanns dennoch nicht ändern...

    gertie, bin noch am überlegen wegen der 2005-liste, sie kommt demnächst!!!
    gibts einen abgabeschluss?????????

    liebe grüße zum wochenbeginn, der bei uns sonnig und wolkenlos werden soll.........
    eva



    Beitrag von Rosi am Sonntag, 8.Januar.2006, 16:43

    Doris:
    Im Rausch der Stille beginnt wie ein Abenteuerroman. Aber dann wird es eher ein psychischer Kampf. Mir hat er so gut gefallen, weil es mich vom Thema her an Haushofers Wand erinnert hat, das dir ja sehr gefallen hat. Nur ist hier der Protagonist nicht allein, wie er dachte. Unbedingt lesen und berichten!

    Inge:
    Habe gerade "Endlich Stille" von Ott gelesen. Ist ja wieder mein Thema!! Was hab' ich mich geärgert über den Typ, der es nicht schafft, Friedrich rauszuschmeissen. Aber ein gutes Buch.

    Maria:
    Ich habe mich sehr gefreut, dass Du Dich an mich erinnerst. Mein letzter Beitrag ist schon Jahre her. Habe meinen Job gewechselt, und arbeite das dritte Jahr in einer Buchhandlung! Und ich glaube, dass auch das Bücherforum einen großen Teil begetragen hat. Bin immer an Laufenden, und kann die meisten Bücher sofort empfehlen, weil ich weiss, ihr habt immer Recht.

    Lese zur Zeit den zweiten Fall von No.1 Ladies' Detective Agency Mma Ramotswe. Wie der erste Fall sehr amüsant geschrieben. Habe heute mit Bestürzung gesehen, das die SZ eine Krimibibliothek herausbringt! Ich hoffe, ich kann mich beherrschen, daß ich sie kaufe!!

    Liebe Grüße von Rosi.



    Beitrag von Michael am Sonntag, 8.Januar.2006, 15:57
    EMail: michael.urban@gmx.at

    Wolf Haas: Wie die Tiere

    Hat wer von euch den Krimi gelesen?

    ich hab das jetzt mal zum spaß gelesen, weil es der haas is, den ich noch nicht gelesen hab..

    aber irgendwie versteh oich das nciht..


    manu prodinger tot - hundebiss
    hartwig tot - ???
    hojac tot - er weiß zu viel
    brenner fast tot - er weiß zuviel

    aber warum hat die mali kekse ausgestreut?
    und wer war der 2. streuer und warum?



    bitte schnell antworten mit mail an michael.urban@gmx.at



    Beitrag von MarionNRW am Sonntag, 8.Januar.2006, 12:04

    Der Januar ist zwar schon fast wieder vorbei *g*, aber ich möchte euch allen trotzdem noch ein Frohes Neues Jahr wünschen!!

    Meine Tops und Flops kommen dann etwas später.



    Beitrag von Maria am Samstag, 7.Januar.2006, 21:43

    BIANCA:
    Mayroecker schreibt auf einer mechanischen Schreibmaschine, deren Tastatur keinen scharfes "S" aufweist. ;-) Was Buchstaben- und Zahlenspielchen anbelangt, bin ich wohl zu abgehärtet, um mich an ihnen zu stossen. Im Gegenteil. Sag mal, was hat deine Suhrkampf-Ausgabe gekostet? Besitze nämlich kaum ein Buch von FM, während meiner Auslandsjahre waren es hauptsächlich Leihgaben, die ich in die Hand bekam.

    INGE:
    Da haben wir beide dasselbe Gedicht von FONTANE rausgesucht. ;-)

    Hast du von Paula FOX die Stellen/Saetze parat, die dir keinen Sinn ergaben? Ich wuerde sie gerne im Original nachgucken.

    GERTIE:
    Ich werde meine Bestenliste noch einmal ueberpruefen. Denis JOHNSONS "Train Dreams" fehlen noch. Eine zu schöne Erzaehlung, um sie fallen zu lassen.

    Schoen, von dir wieder zu hoeren, ROSI!
    Bei den heurigen Schneemengen bist du wohl voll ausgelastet.

    Lieben Gruss,
    Maria




    Beitrag von Inge am Freitag, 6.Januar.2006, 10:09

    Ein gutes und gesundes Neues Jahr Euch allen!

    Ein neues Buch, ein neues Jahr
    Was werden die Tage bringen?!
    Wird's werden, wie es immer war,
    Halb scheitern, halb gelingen?

    Ich möchte leben, bis all dies Glühn
    Rücklässt einen leuchtenden Funken.
    Und nicht vergeht, wie die Flamm' im Kamin,
    Die eben zu Asche gesunken.
    Theodor Fontane

    Zuletzt gelesen:
    John von Düffel "Houwelandt"
    Erzählt wird über 3 Generationen die Geschichte der Familie Houwelandt. Der Patriarch, Jorge, hat sich mit seiner Frau Ester nach Spanien abgesetzt - "denn Jorge braucht das Meer". Seine Tage sind strikt und unabweichlich eingeteilt in das morgendliche exzessive Schwimmen, Gartenarbeit, Mahlzeiten und die Gebete in der Kapelle. Sonst braucht Jorge nichts und niemanden, seine Frau Ester ist ihm treu ergeben. Die Kinder in Deutschland haben nur sehr wenig Kontakt zu den Eltern. Der Erstgeborene, Thomas, - ein gescheiterter Akademiker - wurde seiner Schwäche wegen vom Vater stets verachtet. Nun lebt er nach der Trennung von seiner Frau antriebslos als Verwalter auf dem Familiensitz. Bei seinem Sohn Christian, einem Rundfunkredakteur Anfang 30, wandte er ein ganz anderes Erziehungsmuster an als er es erleben musste. Christian wiederum will auf keinen Fall so schwach sein wie der Vater, den er insgeheim verachtet.
    Der 80. Geburtstag von Jorge soll nach Esters Willen die Familie bei einer Feier vereinen.
    Die Geschichte wird jeweils von den vier Protagonisten im Wechsel erzählt, dadurch gibt es interessant changierende Charakterbilder der einzelnen Personen.
    Nicht nur die Personenbeschreibungen, auch Natureindrücke schildert von Düffel sehr anschaulich und intensiv.

    Davor gab es einige Krimis wie
    "617 Grad" von Horst Eckert
    "Ausgespielt - R wie Rache" von Sue Grafton
    die mir beide recht gut gefielen.

    Mo Hayder "Tokio" war nicht so reisserisch wie die beiden ersten Bücher von ihr. Es geht um die Kriegsverbrechen der Japaner im chin. Nanking.
    Der Roman ist im Wechsel von 2 Zeitebenen sowie Erzählern geschrieben. Vor allem die Eindrücke der chinesischen Kultur fand ich ganz interessant. Am Thema Gewalt kommt der Roman natürlich nicht vorbei, aber es sind keine so detaillierten Schilderungen wie in den Vorgängerbänden.

    Paula Fox "Was am Ende bleibt" kennen ja bereits viele von Euch.
    Ein sehr interessant geschriebenes Buch, das mich allerdings nicht sonderlich berührte. Einige Äusserungen der Protagonistin konnte ich auch sinngemäß überhaupt nicht nachvollziehen.

    Sehr begeistert hat mich Julie Orringer "Unter Wasser atmen".
    Mir haben diese Kurzgeschichten alle sehr, sehr gut gefallen. Jede Geschichte ist anders, hat eine eigene Atmosphäre, beschreibt eine ganz für sich eigene Entwicklungsgeschichte. Hauptpersonen sind immer junge Mädchen in einer entscheidenden und prägenden Situation.

    Zum Schluss meine Bestenliste

    Belletristik:
    Niccolo Ammaniti "Ich habe keine Angst"
    Column McCann "Der Tänzer"
    Ann Chaplet "Die Fotografin"
    Jane Urquard "Die Bildhauer"
    Karl-Heinz Ott "Endlich Stille"

    die Krimiliste:
    Leif Davidsen "Augenblick der Wahrheit"
    Dan Brown "Sakrileg"
    Felix Thijssen "Caroline"
    Boris Akunin "Fandorin"
    Barbara Cleverly "Das Geheimnis der Kaschmirrose"

    Sachbücher/Biographien:
    Marcel Reich Ranicki "Mein Leben"
    Susanna Partsch "Marc" (Die große Retrospektive über Franz Marc im Münchner Lenbachhaus/Kunstbau schaffte ich gerade noch "zwischen den Jahren".
    Stefan Bollmann "Frauen, die lesen sind gefährlich"

    DORIS, ich war heuer bei einer Veranstaltung mit Berliner Salonmusik der 20er Jahre, "Mit der Uhr in der Hand" wurde da auch sehr gut und interessant vorgetragen.

    ROSI: Die Magnan-Krimis mag ich auch sehr gerne, wunderbare Atmosphäre und Spannung vereint.

    Genießt den Feiertag! Inge



    Beitrag von Bianca am Freitag, 6.Januar.2006, 09:50

    Danke, Maria! Mayröckers Lyrik mag ich auch, aber nur in kleinen Dosen, denn sonst nerven mit ihre "sz"-Spielchen oder die Tatsache, daß sie das Wort ein/eine ständig mit der Zahl 1 ausdrückt. Das würde mir besser gefallen, wenn es sich nicht so häufig wiederholte. Aber im letzten Jahr (?) erschienen ihre gesammelten Gedichte bei Suhrkamp; daran konnte ich auch nicht vorbei gehen (wobei Gesamtausgaben von bereits verstorbenen Dichtern sicher die schlauere Investition sind).

    LG
    Bianca



    Beitrag von Doris am Freitag, 6.Januar.2006, 07:45

    Ich möchte euch auch allen noch ein gesundes und frohes Neues Jahr 2006 mit intensiven Lesefreuden wünschen.

    Rosi, Im Rausch der Stille habe ich auch an Weihnachten geschenkt bekommen, es aber erst einmal beiseite gelegt, weil ich dachte es ist eher ein Abenteuerroman im Stil von Josef Conrad. Nun will ich aber doch noch mal näher hinschauen.

    Folgendes Gedicht fand ich gestern "zufällig" Daran sieht man das der heutige Zeitdruck, das Hasten und Rennen nicht allein unserer Zeit vorbehalten ist ;-)


    Mit der Uhr in der Hand


    Wir leben in 'ner eiligen, hastigen Zeit
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    der eine, der schiebt heut den andern beiseite
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Wir drängen alle vorwärts, ob Hinz oder Kunz,
    sind stets außer uns, und wir kommen nie zu uns,
    denn wir werden mit uns ja nur flüchtig bekannt
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Der Tag beginnt schon in eiligem Lauf
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    der Wecker, der weckt uns, wir stehen schon auf
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Schnell ziehen wir uns an, und wir schlingen unseren Schmaus,
    der ist noch nicht runter, da treten wir aus
    und sitzen selbst dort an der hinteren Wand
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Wir turnen, wir trainieren, zum Masseur gehen wir hin
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    mal sind wir zu dick, mal sind wir zu dann
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Wir gehn nie, sind auf dem laufenden stets,
    wenn wir mal wen treffen, dann fragen wir: Wie gehts?
    Und eh der es uns sagt, sind wir weitergerannt
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Wir fahren in die Ferien und sitzen am Strand,
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    erwarten die Post, den geschäftlichen Stand
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Ein Buch mal zu lesen, das wär ein Genuß -
    wir lesen den Anfang und schauen nach dem Schluß,
    durchblättern den Goethe, durchfliegen den Kant
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Wir machen ne Reise im Automobil
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    wir reisen nicht mehr, wir rasen zum Ziel,
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Fragt man uns: Die Gegend, die war wohl sehr schön
    Dann sagen wir ja und wir haben nichts gesehen,
    denn wir fuhren bloß vorbei ohne Sinn und Verstand
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Die Liebe, die Ehe betreiben wir als Sport
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    wir finden uns, verbinden uns und - pflanzen uns fort
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Will sie ihn mal küssen, dann stellt er sich froh -
    und denkt sich: Nun mach schon, ich muß ins Büro -
    Und er drückt sie ans Herz und küßt sie galant
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    So eilen wir durchs leben ohne Freud und Pläsier,
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
    da, plötzlich steht einer, ist mächtiger als wir,
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
    Der sagt: Du brauchst nicht auf die Uhr mehr zu sehn,
    denn meine geht weiter und deine bleibt stehen
    und er winkt uns hinüber ins andere Land
    mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

    Otto Reutter 1928




    Beitrag von Rosi am Donnerstag, 5.Januar.2006, 21:17
    EMail: jr_at2000@yahoo.de

    Möchte als stille Mitleserin wie jedes Jahr meine Lieblingsbücher bekannt geben:

    1.Terezia Mora - Alle Tage
    2.Eva Menasse - Vienna
    3.Albert Sanchez Pinol - Im Rausch der Stille

    Krimi:
    1. Viktor A. Ingolfsson - Rätsel von Flatey
    2. Jilliane Hoffman - Cupido
    3. Pierre Magnan - Das Zimmer hinter dem Spiegel

    Habe Magnan heuer für mich entdeckt, und finde seine Geschichten sehr gut. Leicht skuril, ein wenig verstaubt, spielt in den 70er Jahren in der Provence, aber spannend.

    Wünsche Euch allen Gesundheit und viel Zeit für das Jahr 2006, um weiterhin gute Bücher zu lesen.

    Alles Liebe von Rosi



    Beitrag von Maria am Donnerstag, 5.Januar.2006, 17:46
    EMail: "Dichten ist Wiederfinden des Verlorenen" Homepage: Friederike MAYROECKER, "Und ich schuettelte einen Liebling"

    BIANCA:
    "Tagebuch" ist wohl nicht die geeignete Bezeichnung fuer Mayroeckers Buch, da habe ich mich im Wort vergriffen. Gesammelte "Erinnerungen", ein Vermaechtnis einer grossen Liebe, niedergeschrieben von einer lebenserfahreren Dichterin, kommt dem Inhalt naeher. In sehr schoene Worte kleidet dies der Klappentext des Buchs:

    ~~~~~
    "Unkonventionelles Buch der Erinnerung, eine 'Ausschweifung des Gedaechtnisses' auf den Fittichen der Sprache. Die im Kopf weggeworfenen Buecher, Bilder und Blaetter, die 'Verlassenschaftssachen', verdichten sich zu einem Erzaehlen, werden gegenwaertig, augenfaellig, sinnlich - berueckend. Friederike Mayroecker verwandelt noch die armseligsten und vergaenglichsten Dinge in 'Magie Partikelchen' und bewahrt sie so: >>herzhermetisch<< geborgen im Innern der Sprache.
    ~~~~~

    Ich habe das Buch in kleinen und groesseren Dosen, je nach Stimmung, genossen (eine sich wiederholende Erfahrung mit dieser Autorin). Ich kann mir aber vorstellen, dieses am Stueck lesen, was ich irgendwann einmal versuchen moechte.

    Waehrend ich an dem Buch als, habe ich die Autoring auf einer Lesung selber daraus vorlesend erlebt, in einem kleinen Rahmen, der sehr gut zu so einem intimen Buch passt. So hoere ich nun ihre Stimme wenn ich selber lese.

    Ich muss gestehen, ich liebe die Sprachkunst der Mayroecker. Wie sehr haette ich ihr den Nobelpreis gegoennt (ich war schockiert, dass man sie uebergangen hat, und ich bin ueberzeugt, dass es nicht ihre hohe Dichtkunst ist, die sie hat leer ausgehen lassen)!

    Lies dich in die eine oder andere Seite hinein in der Buchhandlung. Ich mag den schlicht, aber schoen gestalteten Schutzumschlag der gebundenen Suhrkampausgabe sehr. Ich habe das Buch schon laengere Zeit in Haenden gehabt bis mir auffiel, dass hinter dem Schriftzug von Autor und Titel ein Portraet der Dichterin selber auftaucht.

    Ich wuerde mich freuen, wenn dieses Buch auch dir und anderen Lesern so viel Freude wie mir machen wuerde.

    Lieben Gruss,
    Maria



    Beitrag von Dirk am Donnerstag, 5.Januar.2006, 10:39
    Homepage: dirkzwischenkisten.de

    Euch allen ein gutes neues Jahr noch!
    Habe mich länger nicht gemeldet, wir sind nämlich mit Sack und Pack (und 150Bücherkisten..., ein Stöhnen der Träger) umgezogen. Dabei ergeben sich ja jeweils spannende Konstellationen, in den Kisten meine ich: Da liegen dann Canetti und Cechov übereinander, und ich male mir aus, was die sich wohl in der dunklen Enge so zuzuraunen haben.
    Oder ob etwa Antunes und Auster eine Verbindung zueinander aufnehmen, wenn sie nur nah beiandergepreßt liegen...
    Nun, und jetzt kommen erst nach und nach die Bücher wieder zum Vorschein und wollen neue Plätze im Haus finden. Um überhaupt voran zu kommen, packe ich zunächst unsortiert in die Regale - und so steht Schuld und Sühne plötzlichbei den Krimis - was mir aber so unpassend gar nicht erscheint.
    Nunja.
    Sonst wollte ich noch wenigstens meine beiden Highlights des letzten Jahres benennen:
    Literatur: Enquist, Das Buch von Blanche und Marie
    Mercier, Nachtzug nach Lissabon
    Sachbuch: Das tibetische Buch vom Leben und Sterben.

    Und dann noch ein Rilkegedicht, das mir heute morgen in die Hände fiel und das mir als Auftakt für ein neues Jahr gut zu passen scheint.
    Seid alle herzlich gegrüßt
    Dirk

    Rainer Maria Rilke

    Der Lesende

    Ich las schon lang. Seit dieser Nachmittag,
    mit Regen rauschend, an den Fenstern lag.
    Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr:
    mein Buch war schwer.

    Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen,
    die dunkel werden von Nachdenklichkeit,
    und um mein Lesen staute sich die Zeit. -
    Auf einmal sind die Seiten überschienenen,
    und statt der bangen Wortverworrenheit
    steht: Abend, Abend ... überall auf ihnen,
    ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen
    die langen Zeilen, und die Worte rollen
    von ihren Fäden fort, wohin sie wollen ...

    Da weiß ich es: Über den übervollen
    glänzenden Gärten sind die Himmel weit,
    die Sonne hat noch einmal kommen sollen.
    Und jetzt wird Sommernacht, so weit man sieht:
    Zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute,
    dunkel auf langen Wegen gehn die Leute,
    und seltsam weit, als ob es mehr bedeute,
    hört man das Wenige, das noch geschieht.
    Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
    wird nichts befremdlich sein und alles groß.

    Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
    und hier und dort ist alles grenzenlos,
    nur dass ich mich noch mehr damit verwebe,
    wenn meine Blicke an die Dinge passen
    und an die ernste Einfachheit der Massen, -
    da wächst die Erde über sich hinaus.
    Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen:
    der erste Stern ist wie das letzte Haus.



    Beitrag von Bianca am Donnerstag, 5.Januar.2006, 09:47

    Maria, magst Du, wenn Du Zeit hast, berichten, wie es Dir mit dem Mayröcker-Tagebuch erging? Das steht auf meiner Wunschliste.

    Euch allen ein gutes neues Jahr mit vielen Lesestunden!

    Herzliche Grüße

    Bianca



    Beitrag von Maria am Mittwoch, 4.Januar.2006, 19:55

    MAREIKE:
    Bist mir dazwischen gekommen. :-)
    Über dingfeste Alibis können wir gerne reden. *g*
    Zum Lesen hätte ich auch genug auf Halde, muß nur die innere Ruhe dazu finden. Heute habe ich ein klein bisschen darauf hin gearbeitet und mein Archiv sortiert (gibt noch jede Menge zu tun, aber wenigstens tragen diese Akten jetzt das Zauberwörtchen "Sortieren" auf dem - virtuellen - Deckel *g*).

    Jetzt muß ich erst mal unseren Hund durch den Gatsch ziehen. LG!



    Beitrag von Maria am Mittwoch, 4.Januar.2006, 19:51
    Homepage: Michel HOUELLEBECQ

    AUSTEN:
    Ich hatte beim Lesen durchaus den Eindruck, daß H. gerne den Bürgerschreck mimt. ;-) Neugierig wäre ich noch auf seinen neuen Roman, aber der kann warten. "Lanzarote" kann ich dir gerne leihen.

    Ja, die Marillenknödel mundeten allen hier (wundersamerweise hat sich die ganze Familie bei Tisch getroffen *g*), die Früchte, umweltpolitisch nicht korrekt, ich weiß, da aus Südafrika, war klein und voll ausgereift. Der Topfenteig, frei nach Herrn Wolfram SIEBECK, mit Vanille und Zitronenschale verfeinert, schmeckte auch köstlich (es gibt da diese Siebeck-Sonderausgabe der "Wienerin").

    Liebe Grüße in die Runde,
    Maria



    Beitrag von Mareike am Mittwoch, 4.Januar.2006, 19:48

    MARIA, ich komme gern auf Dein Angebot zurück, das ist ja ein prima Alibi, mal wieder nach Wien zu reisen. Portokosten erspare Dir gern! Ich habe im Moment wahre Berge an Bücherschätzen hier und hoffe, mich diesen bald einmal widmen zu können. Heute Abend wird allerdings ein bisschen gearbeitet. Den Kindern lese ich gerade KRABAT vor - welch ein Lesegenuss!
    Liebe Grüsse in die Runde
    Mareike



    Beitrag von Austen am Mittwoch, 4.Januar.2006, 15:49

    Hallo Maria! Lanzarotte kenne ich noch nicht, nur die Plattform und die fand ich schon sehr gut! Doch warum, das kann ich selbst nicht so genau sagen, aber ich versuche es mal. Ich mag H. Art zu schreiben, so ungekünstelt, so direkt, so ohne rosarote Brille, durch und durch Realist. Und doch, trotz all seinem Realismus klingen viele Emotionen durch, ehrliche Gefühle! Gerade bei der Plattform liest jeder vielleicht etwas anderes, bei einem stehen mehr die politischen Themen im Vordergrund, beim anderen die Erotik. Ich habe bei der Plattform einen Liebesroman gelesen. Manchmal habe ich das Gefühl, H. will einfach provozieren, abschrecken, doch hinter den Provokationen steckt doch viel mehr.
    Und: dass du die Bücher trotz Leseunlust so schnell gelesen hast, spricht schon für seine Schreibart!
    Ich denke auch, dass er eine sehr männliche Art zu schreiben hat und auch Männer anspricht. Er wurde mir ja auch durch einen Kollegen empfohlen.

    Wie waren die Marillenknödel!Sicherlich lecker-schmatz!
    lg Ingrid



    Beitrag von Maria am Mittwoch, 4.Januar.2006, 11:41

    Wie befürchtet, habe ich noch einen Roman "vergessen", den ich aber gerne in meine Topliste einfügen möchte:

    John BANVILLE, "The Sea".

    MAREIKE:
    Du hast doch einmal nach Michel HOUELLEBECQ gefragt. wie's der Zufall so wollte, habe ich kurz danach zwei seiner Romane aus einer Mängelkiste (nagelneue Exemplare) herausgefischt. Und über die letzten Tage prompt gelesen. Lief trotz Leseunlust gut, denn weder Sprache noch Inhalt hielten mich zu langsamerem Lesen an, viel habe ich quergelesen. "Platform" und "Lanzarote" vermache ich dir gerne, so du mal hier vorbeikommen solltest (oder ich nach Deutschland, wo es bücherfreundlichere Tarife gibt bei der Post).

    Meiner Ansicht nach "muß" man zumindest diese zwei Bücher nicht gelesen haben. Besser gesagt: ich sehe keinen Grund, sie jemandem aufdrängen zu wollen, auch wenn H. es gelingt, zwischendurch so manche menschliche Misere, wie die innere Einsamkeit und Sinnkrise des sogenannten modernen Menschen, treffend zu illustrieren. Warum er als "Literat" so gelobhudelt wird, ist mir aus diesen zwei Leseproben nicht ersichtlichg geworden, wobei ich vielleicht das Talent, perfekt die Sprach- und Gedankenwelt seines Protagonisten wiederzugeben, unterbewerte.

    AUSTEN, ich wäre sehr neugierig auf deine Meinung.

    Es sollen hier Marillenknödel gekocht werden, alsdann euch einen schönen Tag,

    Maria



    Beitrag von Wibke am Dienstag, 3.Januar.2006, 17:34

    Ithaka
    Wenn du dich auf die Suche nach Ithaka begibst,
    dann bete, daß deine Reise lang sein möge,
    reich an Abenteuern und Erkenntnissen.
    Fürchte nicht die Geister der Vergangenheit...
    du wirst ihnen nicht begegnen auf deinen Wegen,
    solange deine Gedanken froh und heiter sind,
    solange wahre Leidenschaft Geist, Körper und Seele entfacht.
    Du wirst keiner Spukgestalt begegnen, die du fürchten müßtest,
    solange du sie nicht in deiner Seele trägst,
    solange deiner Seele ihr nicht Gestalt verleiht.

    Ihr Lieben,
    mit diesen Worten von C.P. Cavafy möchte ich euch allen ein gutes neues Jahr wünschen.

    Auch wenn ich im letzten Jahr kindbedingt nicht so häufig wie früher bei euch war, lese ich doch regelmäßig mit, freue mich über eure Buchtipps und überhaupt über eure Anwesenheit. Schön, daß es das BF und natürlich Euch gibt.

    Zum Thema Buch des Jahres: das Lieblingsbuch meines dreijährigen Sohnes war 2005 "Da liegt ein Krokodil unter meinem Bett" von Mercer Mayer. Dieses Buch lesen, lesen, lesen wir ohne Ende. Eine wirklich schöne Geschichte.

    Ich habe gestern mit "Mondgischt" von D.C. Tripp begonnen. Die ersten 40 Seiten sind wunderschön, mal sehen, ob es so bleibt.

    Euch einen schönen Abend !

    Liebe Grüße, Wibke



    Beitrag von Maria am Dienstag, 3.Januar.2006, 10:46
    Homepage: www.f13.parsimony.net/forum21186/messages/36449.htm


    Zu den Romanen noch bitte:

    Leonid TSYPKIN, " Sommer in Baden"



    Beitrag von Maria am Dienstag, 3.Januar.2006, 10:44

    Ihr Lieben,

    gerne hätte ich zu meiner kleinen Auswahl an Büchern, die mir im vergangenen Lesejahr nahe gegangen sind, mehr erzählt. Leider eilt die Zeit schneller dahin als ich meine anhaltende Schreibunlust. So hier nur kurz:

    ROMANE:

    Arno SCHMIDT, "Nobodaddy's Kinder"
    Suhrkamp 2005 (ursprünglich in den Fünfziger Jahren erschienen, Neuauflage). Umfaßt drei Romane in Novellenlänge.

    Antonio TABUCCHI, "Tristano muore" *)
    Feltrinelli 2004

    Ian McEWAN, "Saturday" *)
    Doubleday 2005
    (Ja, ich kenne die Kritiken, trotzdem. *g*)

    *) Auch in deutschen Übersetzungen erhältlich.


    ERZÄHLUNGEN:

    William TREVOR, "A Bit on the Side"
    Viking 2004

    BRIEFE:

    Hermann BROCH, Ruth NORDEN, "Transatlantische Korrespondenz"
    Suhrkamp 2005


    TAGEBUCH:

    Friederike MAYRÖCKER, "Und ich schüttelte einen Liebling"


    SACHBÜCHER:

    Michael DIRDA, "Bound to Please: An Extraordinary One-Volume Literary Education: Essays on Great Writers and Their Books"
    Dezember 2004

    T. R. REID, "The United States of Europe.
    The New Superpower and the End of American Supremacy"
    Penguin Press 2004

    Claus KLEBER, "Amerikas Kreuzzüge. Was die Weltmacht treibt"
    Bertelsmann 2005


    Auch meine Zeit reicht jetzt nicht für mehr.
    Lieben Gruß,
    Maria



    Beitrag von Mareike am Dienstag, 3.Januar.2006, 08:12

    Ich melde mich aus offline-Tagen im Berner Oberland zurück, werde später nachlesen, was Ihr alles geschrieben habt. Leider habe ich mich am dritten Skitag sehr unglücklich auf die Schulter gelegt, so dass ich kaum den Arm hoch bekomme. Aber so kann ich mich jetzt vor dem Betten beziehen etc. drücken! Ich habe soooo viele Bücher bekommen; anfangen tu ich jetzt mit dem DRACHENLÄUFER, das ja so viele von Euch kennen. Melde mich bald ausführlicher und wünsche allen ein ganz wunderschönes und gesundes neues Jahr!



    Beitrag von Heidi am Montag, 2.Januar.2006, 18:59

    Ich hoffe, ihr seid alle gesund ins Neue Jahr gerutscht.

    Hier meine TOPS für das Jahr 2005 (da ich ganz selten Krimis lese und in diesem Jahr auch nicht mit Sachbüchern aufwarten kann, erwähne ich nur Romane):

    1. Kazuo Ishiguro: Damals in Nagasaki
    2. Lisa See: Der Seidenfächer
    3. Jeannette Lander: Ich allein
    4. Gabriele Tergit: Effingers
    5. Laura Waco: Von Zuhause wird nichts erzählt

    Ein einziger FLOP ist zu vermelden, d.h. das Buch, von dem ich mir viel versprochen hatte und tief enttäuscht wurde *g*:
    Leon de Winter: Malibu
    Mir kam es beim Lesen dieses Buches vor, als hätte ich mich im Autoren geirrt und zu einem SIMMEL gegriffen.

    MARIA: Danke für das schöne Gedicht von FONTANE!

    BARBARA PIA: Zu welchem Buch hast du nach ALLES WAS WIR GEBEN MUSSTEN gegriffen? Meine Buchhändlerin berichtete mir von Kunden, die danach überhaupt nicht wussten, was sie lesen sollten, so beeindruckt waren sie. Ist mir nicht passiert, ich habe danach zum nächsten ISHIGURO gegriffen *g*.

    ANDREA: Ich finde es toll, dass du 2005 DAS Buch deines Leselebens gefunden hast. Magst du berichten, warum OWEN MEANY dein Lieblingsbuch geworden ist?

    AUSTEN: WAS VOM TAGE ÜBRIGBLIEB habe ich inzwischen beendet. Ich fand es auch sehr gut, aber Damals in Nagasaki und Alles was wir geben mussten, fand ich eine Spur besser!

    Liebe Grüße von Heidi an alle, ganz besonders natürlich an diejenigen, die sich an mich erinnert haben.



    Beitrag von BarbaraPia am Sonntag, 1.Januar.2006, 11:29

    Euch allen ein gutes neues Jahr!!
    Hoffentlich seid ihr auf den glatten Straßen nicht ausgerutscht..
    Wurde bei euch auch soviel geschossen?

    Gestern habe ich noch Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mußten fertiggelesen. Es ist ein bedrückendes Buch, da es so fatalistisch geprägt ist.
    Jetzt ist mir nach einem leichten Buch.
    Da suche ich mir aus euren Bestenmeldungen etwas aus!!

    Einen schönen 1. Januar aus dem nebligen Mühldorf
    Barbara



    Beitrag von Maria am Samstag, 31.Dezember.2005, 16:36

    Ein neues Buch, ein neues Jahr

    Ein neues Buch, ein neues Jahr
    Was werden die Tage bringen?
    Wird's werden, wie es immer war,
    Halb scheitern, halb gelingen?
    Ich möchte leben, bis all dies Glüh'n
    Rückläßt einen leuchtenden Funken.
    Und nicht vergeht, wie die Flamm' im Kamin,
    Die eben zu Asche gesunken.

    Theodor Fontane


    °°°°°°°°°°°°°


    Euch allen fürs Neue Jahr Gesundheit, Glück, Zufriedenheit!



    Beitrag von BarbaraB am Samstag, 31.Dezember.2005, 12:30

    ...noch schnell vor "Torschluß" meine Lieblingsbücher 2005:

    DIE VERMESSUNG DER WELT Daniel Kehlmann
    DER SCHATTEN DES WINDES Carlos Ruiz Zafon
    DER KLANG DER ZEIT Richard Power

    Aus der SZ-Bibliothek:
    ALLERSEELEN Cees Noteboom
    TORTILLA FLAT John Steinbeck
    TRAUMPFADE Bruce Chatwin

    LITERATUREN Oktoberheft 2005: DAS GROSSE LESEN

    Flop: RAUSCH John Griesemer

    KIOKI Deine Weihnachtsgeschichte und den jüdischen Segen von dir liebe DORIS, solche Beiträge machen das Forum für mich so liebenswert.

    ELA, danke für "Deine" Liste, bin jedesmal wieder sehr neugierig und "picke" mir immmer etwas heraus, auch wenn der SUB langsam ziemlich hoch wird (lach).

    Nun wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, bleibt alle gesund und laßt es Euch gut gehen.

    DORIS und HEIDI, Euch wünsche ich, daß Ihr Euren Kummer im alten Jahr zurücklassen könnt und dass das neue Jahr ganz viel Gutes bringt.

    Liebe Grüße
    BarbaraB



    Beitrag von Andrea am Samstag, 31.Dezember.2005, 10:59

    auch ich möchte mich noch schnell melden und meine Favoriten des Jahres nennen, ähnlich wie WIBKE, hat sich die Lesezeit wohl kaum verändert, es waren in diesem Jahr 66 Bücher und davor 64, kommt an die hundert Bücher in den Jahren zuvor nicht mehr ran.

    zu Beginn des Jahres war ich vom "Schwarm" des Frank Schätzings sehr beeindruckt, mein zweites Lesehighlight des Jahres war von Stewart O`Nan "Abschied von Chautauqua" und mein absoluter Favorit und liebstes Buch ist, mein ganzes bisheriges Leseleben eingeschlossen, "Owen Meany" von John Irving.

    Nun bleibt mir noch alle auf das Herzlichste zu grüßen, immer wieder freut es mich, hier seit fast fünf Jahren mitzulesen, wenn auch die Aktivitäten meinerseits sehr nachgelassen haben, gerade jetzt um diese Zeit herum werden viele intensive, sehr schöne und auch sehr traurige Erinnerungen wach.
    Für 2006 schließe ich mich den guten Wünschen der "Vorschreiberinnen" an!



    Beitrag von Alexandra am Samstag, 31.Dezember.2005, 10:12
    EMail: socke.eheim@t-online.de

    Hallo miteinander,

    noch ein kurzer Beitrag von mir, bevor ich mich in die Silvester-Fondue-Soßen-Zubereitung stürze.

    Auch wenn ich - wie berichtet - wenig in diesem Jahr gelesen habe, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, meine Lesehighlights mitzuteilen, denn bei den 24 gelesenen Titel war kein schlechtes dabei:

    1.) CLAUDIA SCHREIBER - EMMAS GLÜCK (ach was war das schön und was habe ich geheult, und dass will was heißen!*g*)

    Tja und die nächsten meiner Top-Titel sind dann auch wieder aus der Thriller/Krimi-Fraktion (wie nicht anders zu erwarten!*g*)

    2.) TESS GERRITSEN - TODSÜNDE (superspannend!)
    3.) CORLEY ELISABETH - CRESENDO (Adrenalin pur!)
    4.) CLEVERLY BARABARA - DIE JUWELEN VON SIMLA (diese Indienkrimis haben was!)
    4.) Spencer-Fleming Julia - DAS WEISSE KLEID DES TODES (eine engagierte Pastorin - bitte mehr!)

    Im Übrigen kann ich berichten, dass ich auch diesem Jahr wieder reich an Büchern beschenkt wurde, so wanderten folgende Bände auf meinen SUB:

    DAN BROWN - SAKRILEG (die tolle illustrierte Ausgabe und das HRB)
    SCRIPTUM von RAYMOND KHAURY
    TOXIC von MARK T. SULLIVAN
    DAS BLUT DER ROSEN von Patrick Cauvin
    DER WALD IST SCHWEIGEN von Gisa Klönne

    So, Ihr Lieben. Ich wünsche Euch allen einen guten Start in ein gesundes und zufriedenes Jahr 2006 mit viel Lesezeit und Lesehighlights.

    Liebe Grüße (Insbesondere an alle Zurückgekehrten!)
    Alexandra



    Beitrag von viola am Freitag, 30.Dezember.2005, 22:37

    WIBKE: heute habe ich "Ein Ort für die Ewigkeit" durchgelesen... fand es auch total toll!
    Wibke Bruhns "Meines Vaters Land" stand letztes Jahr auf meiner Liste! Sie liest das eigene Buch genial gut (auf Hörbuch....)

    Ich wünsch euch allen ein "hoshana rosh" - guten ("Rutsch") Anfang im Jahr 2006 - werde morgen in aller Frühe nach Berlin düsen....und erst nächstes Jahr wieder hier mitmischen...*G*



    Beitrag von Wibke am Freitag, 30.Dezember.2005, 22:30

    Hallo Ihr Lieben,

    hier kommt meine Bestenliste 2005:

    Romane:
    1. "Atlas der Liebe" von Almudena Grandes
    2. "Augustas Haus" von Majgull Axelsson
    3. "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" von Wolfram Fleischhauer
    4. "Die vierte Hand" von John Irving

    Krimis:
    1. "Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid
    2. "In einem heißen Sommer" von Peter Robinson
    3. " Die Terroristen" von Sjöwall/Wahlöö

    Sachbücher/ Biographien:
    1. "Meines Vaters Land" von Wibke Bruhns
    2. "Charles Lindbergh" von A.Scott Berg
    3. "Paula" von Isabel Allende

    Wenn ich aus diesen drei Listen eine mache, sieht es folgender maßen aus:
    1. "Meines Vaters Land" von Wibke Bruhns
    2. "Charles Lindbergh" von A. Scott Berg
    3. "Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid

    Insgesamt habe ich in diesem Jahr 45 Bücher gelesen, daß entspricht in etwa der "Lese-Leistung" der letzten Jahre.

    So, genug der Statistik ! Ich wünsche euch allen einen tollen Silvesterabend und einen guten Rutsch in ein tolles Lesejahr 2006 !

    Liebe Grüße, Wibke



    Beitrag von Chrissie am Freitag, 30.Dezember.2005, 18:23

    Eine große Bitte hätte ich, könnte ich
    DIE VERMESSUNG DER WELT von Daniel KEHLMANN
    noch in die TOP Liste Belelstristik hinzufügen.
    Ich habe das Buch heute beendet und es hat bis zum Schluß gut gehalten.

    Ich wünsche euch Lieben schon heute
    PROSIT NEUJAHR 2006, einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

    Wir fahren morgen früh zu meinen Eltern und feiern dort Silvester mit der fast ganzen Familie.

    Alles Liebe
    Chrissie



    Beitrag von Maria am Freitag, 30.Dezember.2005, 13:44
    EMail: Zu Ingar Sletten Kolloens Biographie von Knut HAMSUN Homepage: www.newyorker.com/critics/atlarge/?051226crat_atlarge

    The New Yorker
    IN FROM THE COLD
    The return of Knut Hamsun.
    by JEFFREY FRANK

    Eine neu erschienene Biographie über Knut HAMSUN nimmt JEFFREY FRANK im New Yorker zum Anlaß, ausführlich über Leben und Werk des Nobelpreisträgers zu schreiben.

    -------

    Allen Forumianern wünsche ich einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

    Herzlich,
    Maria



    Beitrag von Chrissie am Donnerstag, 29.Dezember.2005, 17:36

    Wie schön, auch von dir wieder zu lesen HEIDI. Ich habe KASUO ISHIGURO schon voriges Jahr für mich entdeckt und zwar auch mit DAMALS IN NAGASAKI unhd ALS WIR WAISEN WAREN, beide haben mir recht gut gefallen. Zu Hause liegen habe ich noch WAS VOM TAGE ÜBIRG BLIEB.

    Kann ich auch noch meine TOPS für 2005 hier aufzählen und zwar sind das:

    BELLETRISTIK
    Lea Singer: Wahnsinnsliebe
    Haruki Murakami: Gefährliche Geliebte
    Juli Zeh: Adler und Engel
    Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes
    Paolo Maurensig: Spiegelkanon
    Patrick Redmond: Das Wunschspiel

    KRIMI
    Michael Conelly: Der Poet
    Heinrich Steinfest: Ein sturer Hund

    SACHBUCH
    Klaus Walther: Bücher sammeln (Kleine Philosophie der Passionen)

    Danke euch vielmals für das Sammeln der Listen.

    DORIS danke für das schöne Gedicht.

    Momentan lese ich mit wirklich wachsender Begeisterung von Daniel KEHLMANN "DIE VERMESSUNG DER WELT", er beschreibt hier in abwechselnden Kapiteln jeweils das Leben des Naturmenschen Alexander von Humboldt und dann das Leben des Stubenhockers Carl Friedrich Gauß.Interessant geschrieben mit einer Portion Humor. Mehr davon wenn ich fertig bin. Ein Lesevergnügen ist es aber schon jetzt.

    Liebe Grüße aus dem verschneiten Wien
    Chrissie



    Beitrag von Austen am Donnerstag, 29.Dezember.2005, 14:43

    Heidi, damals in Nagasaki fand ich auch sehr interessant! Mir gefiel aber auch "Was vom Tag übrig blieb", vielleicht wird es noch bei dir!
    lg Austen



    Beitrag von Heidi am Donnerstag, 29.Dezember.2005, 13:28

    VIOLA: ARNO GEIGER habe ich zwar noch nicht gelesen, aber ähnlich wie dir mit ihm ging es mir mit GILA LUSTIGER, SO SIND WIR, das ja immerhin auch für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Streckenweise grandios, aber insgesamt hat es mich ein bißchen ratlos zurückgelassen, warum sie es denn so und nicht anders geschrieben hat *g*.

    Ganz anders geht es mir mit IRENE DISCHE, GROSSMAMA PACKT AUS, wovon ich zwar erst wenige Seiten gelesen habe, aber schon jetzt bin ich ganz begeistert. Großmamas Sprache, von Irene Dische meisterhaft interpretiert, ihr trockener Humor, gefallen mir bisher sehr gut (danke, DORIS).

    In diesem Jahr habe ich KAZUO ISHIGURO für mich entdeckt. Als erstes las ich DAMALS IN NAGASAKI, das für mich auch DAS Buch des Jahres 2005 wurde. Auch sein ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN, das derzeit auf den Bestenlisten steht, hat mich stark beeindruckt. Sein WAS VOM TAGE ÜBRIGBLIEB hat mich noch nicht überzeugt, ich habe es jedoch noch nicht beendet. Und ausserdem wartet schon auf mich: DIE UNGETRÖSTETEN.

    Ich möchte auch noch meine Tops und Flops für 2005 hier abgeben, komme aber sicherlich in diesem Jahr nicht mehr dazu. Wie lange haben wir denn Zeit?

    Falls ich mich in 2005 nicht mehr melden sollte, wünsche ich allen jetzt bereits einen guten Rutsch hinein ins neue Jahr, dort angekommen dann alles Gute und Liebe

    von Heidi



    Beitrag von viola am Donnerstag, 29.Dezember.2005, 09:25

    DORIS!
    Vielen Dank für den Neujahrssegen - ideal für mein Patenkind, das am 1. Januar heiratet.... danke für dieses Geschenk!!

    Lesen tu ich im Moment trotz Ferien nur sporadisch:
    z.B. ARNO GEIGER: "Es geht uns gut" Stellenweise gefällt es mir sehr gut, manchmal nicht ganz so - bin immer noch ein bißchen auf der Suche nach den Gründen für den überwältigend Erfolg bei den Kritikern.....kennt ihr es? Eure Meinung?



    Beitrag von Doris am Mittwoch, 28.Dezember.2005, 13:59
    EMail: savitadh@aol.com

    Hallo ihr Lieben,

    es freut mich doch zu lesen, daß ich nicht vergessen bin! Hallo HEIDI, wie schön, Dir auch wieder hier zu begegnen. Mein Vorsatz fürs kommende Jahr, mich hier wieder mehr einzubringen!!

    Was macht die Bestenliste in diesem Jahr? Zusätzlich zu meinen Vorschlägen möchte ich noch drei Bücher hinzufügen, die ich vergaß, und zwar:

    Schloss aus Glas von Jeannette Wallis
    Grossmama packt aus von Irene Dische

    und ein wunderschönes Gedichtsbändchen von der Inselbücherei mit Fotografien und Lyrik:

    Die Blumen in den Wintertagen

    An Weihnachten bin ich auch mit Büchern beglückt worden und zwar mit:

    Selma Meerbaum-Eisinger Ich bin in Sehnsucht eingehüllt
    Arnon Grünberg Phantomschmerz
    Andrea Schacht Die Katze, die im Christbaum saß
    Miriam Toews Ein komplizierter Akt von Liebe
    Albert Sanchoz Pinol Im Rausch der Stille
    Francois Cheng Die allzu kurze Ewigkeit
    Unsere 50 iger Jahre
    der Arche Küchenkalender Literatur und Küche

    Ich möchte euch mit folgendem Gedicht ein glückliches Neues Jahr wünschen:



    Jüdischer Neujahrssegen!

    Gott erhalte euch die Erinnerungen an die Hoch-Zeiten,

    wenn ihr an Tiefpunkten seid.

    Gott führe euch auf immer neuen Wegen zueinander,

    wenn Gewalten des Lebens euch auseinander drängen.

    Gott entzünde neue Liebe in euch wie im Frühling,

    wenn sich die Gleichgültigkeit des Herbstes ausbreitet.

    Gott gebe euch Phantasie,

    füreinander überraschend zu bleiben

    Gott zeige euch, dass niemals alle Türen verschlossen sind.

    Gott gebe euch die Friedenskraft,

    die nicht immer recht behalten muss

    Gott schenke euch das Lachen,

    dass ihr in müden Zeiten Schwung bewahrt.

    Gott erhalte euch in aller Nähe der Liebe

    den Abstand und die Achtung voreinander,

    damit ihr euch immer ein lebendiges Geheimnis bleibt.

    Gott gebe zumindest einem Teil von euch Geduld,

    wenn der andere, die andere, unbesonnen handelt.

    Gott erhelle euch mit der Weisheit,

    das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

    Gott schenke euch die Klugheit,

    den rechten Zeitpunkt für ein rechtes Wort zu erkennen.

    Gott schenke euch die Kraft

    und die Barmherzigkeit,

    einander zu verzeihen,

    wenn ihr schuldig geworden seid.

    Gott hüte euch vor dem Glauben,

    dass wir Menschen alles haben

    und alles machen können.

    Gott gebe euch die Gelassenheit

    und Besonnenheit

    Schwieriges zu ertragen

    Er schenke euch aber vor allem stets

    offene Sinne für die Zeichen des Glücks,

    dass ihr die Zärtlichkeit bewahrt bis ans Ende.

    Und so segne der Höchste, der Ewige

    euren gemeinsames Weg, damit eins

    das andere am Ende mit in den Himmel bringe.

    In dem Sinne
    Liebe Grüsse
    Doris



    Beitrag von Linda am Dienstag, 27.Dezember.2005, 19:44
    EMail: l_wiesinger90@hotmail.com

    hey...
    ich wollt nur fragen ob irgendwer von euch schon 'Der Duft der Kaffeblüte' von 'Ana Veloso' gelesen hat. Würd mich sehr interessiern ob ihr gut fandet. Habs zu Weihnachten bekommen und fang grad damit an...
    lg



    Beitrag von Ela am Dienstag, 27.Dezember.2005, 19:41

    Januar 2006

    1. (-) 152 Punkte

    ATTILA BARTIS: Die Ruhe
    Roman. Aus dem Ungarischen von Agnes Relle.
    Suhrkamp Verlag, 300 Seiten, Euro 22,80
    mittelschwere Lektüre

    Eine Schauspielerin, die um ihrer Karriere willen ihre
    Tochter beerdigt, obwohl diese längst in den Westen geflohen
    ist und dort Selbstmord begangen hat. Ihr Sohn, der zum Trost
    ihre Briefe aus aller Welt fingiert, und sich selbst nicht
    von seiner Mutter lösen kann. Eine Familientragödie im Ungarn
    vor der Wende.



    2. (5.) 104 Punkte
    WALTER KAPPACHER: Selina oder das andere Leben
    Roman.
    Deuticke Verlag, 256 Seiten, Euro 19,90
    mittelschwere Lektüre

    Stefan, ein Lehrer, zieht in ein abgelegenes Bauernhaus in der
    Toskana. Die Geschichte einer langsamen Annäherung, einer
    AnVerwandlung: der Natur, der Menschen...



    3. (9.) 102 Punkte

    ULRICH WEINZIERL: Hofmannsthal
    Skizzen zu seinem Bild
    Zsolnay Verlag, 320 Seiten, Euro 21,50
    mittelschwere Lektüre

    Hugo von Hofmannsthal und seine jüdische Herkunft,
    Hugo von Hofmannsthal und sein Faible für die Aristokratie,
    Hugo von Hofmannsthal als Genie der (Männer-)Freundschaft -
    Skizzen über den Menschen, Andeutungen zur Literatur.



    4. (10.) 101 Punkte

    MARTIN MOSEBACH: Das Beben
    Roman.
    Carl Hanser Verlag, 416 Seiten, Euro 24,90
    mittelschwere Lektüre

    'So wie eine einzige heilige Kuh, aus Indien nach Deutschland
    gebracht, alle Selbstverständlichkeiten des Westens zerstören
    würde, so könnte eine emanzipierte junge Frau, aus Deutschland
    nach Indien gebracht, die Lebenslügen einer jahrtausendealten
    Kultur kippen. Wir bedrohen und relativieren uns gegenseitig.
    Nichts anderes versucht der großartige Schriftsteller Martin
    Mosebach seit Jahren der westlichen Selbstgewissheit
    entgegenzuhalten.' (Jens Jessen)



    5. (8.) 40 Punkte

    KAZUO ISHIGURO: Alles, was wir geben mussten
    Roman. Aus dem Englischen von Barbara Schaden.
    Blessing Verlag, 352 Seiten, Euro 19,90
    mittelschwere Lektüre

    'Ein meisterhafter Roman, der unsere Zeit im Innersten berührt:
    Mit "Alles, was wir geben mussten" zeigt Kazuo Ishiguro, was es
    heißt, ein Klon zu sein.' (Hubert Spiegel)



    6. (-) 31 Punkte

    RYSZARD KAPUSCINSKI: Meine Reise mit Herodot
    Erfolgsausgabe. Aus dem Polnischen von Martin Pollack.
    Eichborn Verlag, 364 Seiten, Euro 24,90
    mittelschwere Lektüre

    Einer der berühmtesten Reporter, Gegenwart, trifft auf einen
    der berühmtesten Reporter, Antike: den Geschichtsschreiber
    Herodot. Eine Reise nach Indien, nach China, nach Ägypten, in
    den Sudan und in die Vergangenheit.



    7. (2.) 28 Punkte

    INGO SCHULZE: Neue Leben
    Roman.
    Berlin Verlag, 794 Seiten, Euro 24,00
    mittelschwere Lektüre

    DDR 1990: Ein kurzes Jahr der Anarchie. Die Zeit ist nicht
    grösser als ihre Helden. Enrico Türmer, Schriftsteller ohne Werk,
    Zeitungsredakteur, alles scheint möglich im Niemandsland der
    Geschichte. Mehr Zukunft war nie.



    8. (1.) 26 Punkte

    IRENE NEMIROVSKY: Suite francaise
    Roman. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer.
    Knaus Verlag, 544 Seiten, Euro 22,90
    leichte Lektüre

    Frankreich unter der deutschen Besatzung: eine Schriftstellerin
    wird Augenzeugin, ein Roman entsteht. Dann wird die Jüdin Irene
    Nemirovsky in Auschwitz ermordet. Die Texte scheinen verschollen.
    Über 60 Jahre später werden sie wiedergefunden. Eine literarische
    Sensation.



    9. (6.-7.) 25 Punkte

    ZSUZSANNA GAHSE: Instabile Texte
    zu zweit
    Edition Korrespondenzen, 139 Seiten, Euro 18,50
    mittelschwere Lektüre

    In Budapest geboren, heute wohnhaft in der Schweiz, Schriftstellerin,
    Übersetzerin: neue Texte, ausgespannt zwischen Seen, Städten, Bergen
    der neuen Heimat.



    10. - 12. (-) 21 Punkte
    PETER HENISCH: Die schwangere Madonna
    Roman.
    Residenz Verlag, 352 Seiten, Euro 22,90
    leichte Lektüre

    Maria und Josef auf ihrer Reise nach Italien: Josef ist um die fünfzig
    und stiehlt einen Golf; Maria glaubt, schwanger zu sein und sitzt in
    eben diesem. Verfolgt werden sie von Wolf, dem das Auto gehört. Ein
    literarisches Roadmovie zwischen Bibel und Madonna.



    10. - 12. (-) 21 Punkte

    BJOERN KERN: Einmal noch Marseille
    Roman.
    C.H. Beck Verlag, 127 Seiten, Euro 12,90
    mittelschwere Lektüre

    Die Mutter wird sterben, sie leidet an ALS: "Ich werde mich nicht
    mehr bewegen können. Ich werde nicht mehr schlucken können, und am
    Ende ersticke ich." Eine Familie im Angesicht des Sterbens. Ohne
    Hoffung, mit Mut.



    10. - 12. (-) 21 Punkte

    GERT LOSCHÜTZ: Dunkle Gesellschaft
    Roman in zehn Regennächten
    Frankfurter Verlagsanstalt, 220 Seiten, Euro 19,90
    mittelschwere Lektüre

    'Haben wir es schon mit Parabeln zu tun? Oder sind wir noch nahe bei
    den Träumen, die uns bis in die bizarren Niederungen zu führen
    vermögen?
    Gert Loschütz hat mit seinen Regennächten zweifellos einen Höhepunkt
    seiner Prosakunst erreicht.' (Hubert Winkels)



    Persönliche Empfehlung im Januar von Jochen Hieber (Frankfurt):

    RONALD RENG: Fremdgänger
    Roman.
    Verlag Kiepenheuer & Witsch,368 Seiten, Euro 9,90

    'Eine europäische Szenerie der unmittelbaren Gegenwart, die sich von
    der Londoner City über Neuschwanstein, Kiew und die Erdölfelder der
    Ukraine erstreckt. In ihr bewegt sich der junge Investmentbanker
    Tobias Linderoth mit der Stressroutine eines Profis und der
    Unsicherheit
    des ewigen Pennälers. Beeindruckend beweist der 1970 geborene Autor
    Ronald Reng, daß sich Globalisierung wirklich erzählen läßt, wenn man
    einer lauten Welt lauter leise Sätze abzugewinnen versteht.'
    (Jochen Hieber)


    Die 'Bestenliste' im Fernsehen

    'Literatur im Foyer' mit Thea Dorn
    Freitag, 13. Januar um Mitternacht, SÜDWEST Fernsehen
    Sonntag, 15. Januar um 10.00 Uhr in 3sat
    Gäste: Wolf Wondratschek, Dan Diner, Herfried Münkler

    Freitag, 27. Januar um Mitternacht, SÜDWEST Fernsehen
    Sonntag, 5. Februar um 13.30 Uhr in 3sat
    Gäste: Jan Assmann, Dieter Borchmeyer, u.a.


    'Literatur im Foyer' mit Martin Lüdke
    Freitag, 20. Januar um Mitternacht, SÜDWEST Fernsehen
    Sonntag, 22. Januar um 10.15 Uhr in 3sat
    Gäste: Marcel Reich-Ranicki, Kerstin Decker, u.a.


    Die 'Bestenliste' im Hörfunk: SWR2/RadioART: Literatur
    Dienstag, 3. Januar um 21.03 Uhr
    Über Bücher der Januar-Bestenliste diskutieren Verena Auffermann,
    Jens Jessen, Hubert Spiegel.
    Moderation: Andreas Isenschmid



    Südwestrundfunk
    Fernsehen Kultur und Gesellschaft
    76522 Baden-Baden

    SWR-Bestenliste im INTERNET:
    www.SWR.de/bestenliste


    copyright: SWR



    Beitrag von Maria am Dienstag, 27.Dezember.2005, 08:31

    SNOW DAY
    Billy Collins

    Today we woke up to a revolution of snow,
    its white flag waving over everything,
    the landscape vanished,
    not a single mouse to punctuate the blankness,
    and beyond these windows

    the government buildings smothered,
    schools and libraries buried, the post office lost
    under the noiseless drift,
    the paths of trains softly blocked,
    the world fallen under this falling.

    In a while I will put on some boots
    and step out like someone walking in water,
    and the dog will porpoise through the drifts,
    and I will shake a laden branch,
    sending a cold shower down on us both.

    But for now I am a willing prisoner in this house,
    a sympathizer with the anarchic cause of snow.
    I will make a pot of tea
    and listen to the plastic radio on the counter,
    as glad as anyone to hear the news

    that the Kiddie Corner School is closed,
    the Ding-Dong School, closed,
    the All Aboard Children's School, closed,
    the Hi-Ho Nursery School, closed,
    along with -- some will be delighted to hear --

    the Toadstool School, the Little School,
    Little Sparrows Nursery School,
    Little Stars Pre-School, Peas-and-Carrots Day School,
    the Tom Thumb Child Center, all closed,
    and -- clap your hands -- the Peanuts Play School.

    So this is where the children hide all day,
    These are the nests where they letter and draw,
    where they put on their bright miniature jackets,
    all darting and climbing and sliding,
    all but the few girls whispering by the fence.

    And now I am listening hard
    in the grandiose silence of the snow,
    trying to hear what those three girls are plotting,
    what riot is afoot,
    which small queen is about to be brought down.



    Beitrag von Inge am Sonntag, 25.Dezember.2005, 20:32

    Ein frohes Weihnachtsfest Euch allen!
    Nach dem heutigen Familientag - der sehr schön war - freue ich mich trotzdem auf einen ganz ruhigen, 2. Feiertag! Da wird sich doch endlich auch mal wieder die Zeit finden tief in ein Buch abzutauchen.
    Schön, dass sich einige Altbekannte wieder gemeldet haben! Natürlich kennen wir Euch noch alle ...

    Herzliche Grüße von Inge



    Beitrag von Bianca am Sonntag, 25.Dezember.2005, 20:04

    Oh, ich kann dann doch noch was beisteuern, denn Die schwangere Madonna las ich gerade letzte Woche; eine Freundin aus Wien schenkte mir ein signiertes Exemplar :-).

    Ich kannte Peter Henisch vorher gar nicht. Mir hat das Buch gut gefallen, die Idee ist gut, es ist flüssig erzählt und wäre m.E. die perfekte Filmvorlage.

    Liebe Grüße

    Bianca



    Beitrag von Kioki am Sonntag, 25.Dezember.2005, 16:50
    EMail: kleine Weihnachtsgeschichte

    Ich habe Gott getroffen....

    Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewußt, daß der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.
    Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten. Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.
    Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wunderbares Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an. Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor.
    Der kleine Junge war selig. Die beiden saßen lange auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola - aber sprachen kein Wort.
    Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war, und er beschloß, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie. Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.
    Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: "Was hast du denn heute Schönes gemacht, daß du so fröhlich aussiehst?" Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und sie hat ein wunderbares Lächeln!"
    Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah. Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er ist viel jünger, als ich gedacht habe."



    Beitrag von Maria am Sonntag, 25.Dezember.2005, 15:53
    EMail: Peter HENISCH, "Die schwangere Madonna". Homepage: www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=k&ressort=kl&id=528133

    "Eine Geschichte ist die Bewegung einer Figur in Raum und Zeit. Versuch einer Definition für die Schüler und Schülerinnen im Literaturkurs. Oder wie soll man das nennen? Animationswoche? Workshop? Lesen & Schreiben habe ich es genannt, davon versteh ich was, schließlich mach ich das seit mehr als 50 Jahren.

    Und ist doch das eine die Voraussetzung des anderen. Wer schreibt, sage ich, der sitzt ja auf einem Riesenberg von Literatur. Da sitzt er also. Aber in seinem Kopf, in seiner Seele, bewegt sich was. Arno Schmidt spricht von längerem Gedankenspiel."

    Aus dem oben verlinkten Artikel "Wie ein Roman entsteht: So kam ich zur Madonna". Peter HENISCH, Autor des Romans "Die schwangere Madonna", schildert dies und mehr in der Wochendbeilage SPECTRUM der Tageszeitung "Die Presse".



    Beitrag von Bianca am Samstag, 24.Dezember.2005, 20:18

    Auch von mir Euch allen ein fröhliches und ausgelassenes Weihnachtsfest mit reichlich Muße und Harmonie!

    Aus Japan bin ich schon seit acht Wochen zurück, aber viel gelesen habe ich auch nicht. In Japan selber bin ich zum zweiten Mal im Zauberberg stecken geblieben. Aus platztechnischen Gründen hatte ich nicht viel mehr mir und habe also Reiseeindrücke aufgeschrieben statt zu lesen. So ging die Zeit auch herum.

    Für 2006 wünsche ich Euch auch schon heute alles Gute! Über Gabentischlektüre wird berichtet.

    Schön, von so vielen "Alten" zu lesen.

    Herzliche Grüße

    Bianca



    Beitrag von Maria am Samstag, 24.Dezember.2005, 16:40
    EMail: Euch allen eine gesegnet Weihnacht! Homepage: merisi.blogspot.com/

    ADVENT
    Rainer Maria Rilke

    Es treibt der Wind im Winterwalde
    die Flockenherde wie ein Hirt
    und manche Tanne ahnt, wie balde
    sie fromm und lichterheilig wird,
    und lauscht hinaus;
    den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin,
    bereit und wehrt dem Wind
    und wächst engegen
    der einen Nacht der Herrlichkeit.



    Beitrag von Eva am Samstag, 24.Dezember.2005, 16:27

    Auch ich wünsche
    allen die hier viel schreiben
    allen die hier nicht oft schreiben
    allen die immer schon still mitlesen
    allen die lange nicht mehr geschrieben haben
    und allen die ich vergessen habe zu erwähnen

    ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise der Menschen die ihr liebt und die auch euch lieben!

    Frohe Weihnachten!



    Beitrag von BarbaraB am Samstag, 24.Dezember.2005, 14:49

    ...WEIHNACHTEN IST

    wenn wir andere lieben, ohne sie einzuengen,
    wenn wir andere wertschätzen, ohne sie zu bewerten,
    wenn wir anderen etwas schenken, ohne etwas dafür zu verlangen,
    wenn wir anderen helfen, ohne sie verändern zu
    wollen,
    wenn wir andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen.

    In diesem Sinne wünsche ich Euch ein fröhliches Weihnachtsfest

    BarbaraB

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