Unser Archiv


  Auswahl:

  09.09.03 Fussball: Das Familiäre groß geschrieben


Thema: Das Familiäre groß geschrieben
Abteilung: Fussball

    Freisinger Tagblatt / Donnerstag, 24. April 2003


    Das Familiäre groß geschrieben


    SG Eichenfeld hoffähig: Schönwolf geht ins siebte Trainer-Jahr


    Verschwipt, verschwägert, befreundet und noch ein bissl Taufpaten. Die sportlichen Leistungen der SG Eichenfeld mit (von links) Danny Minette, Jochen Schönfeld und Peter Ehrentreich.


    Freising (dj)
    Chaos, nichts als Chaos.
    So hat's bei der SG Eichenfeld noch vor sieben Jahren ausgesehen – eine Fußballmannschaft ohne jeden nennenwerten Erfolg, dafür mit umso mehr Abbrüchen, Platzverweisen, Skandalen und Skandälchen. Wer will da schon hin?
    Als Spielger nicht und erst recht nicht als Dompteur dieses Sauhaufens. Und dennoch hatten die SGE-Verantwortlichen den Mut, den damaligen Vöttinger Sandor Sabo mal zu belästigen, ob er sich nicht als Spielertrainer verdingen möchte. Nein, der ging zur DRK Ottenhofen, empfahl aber seinen Mannschaftskollgeen Jochen Schönwolf, der einem Einstieg ins Spielertrainergewerbe nicht abgeneigt war. „Tu Dir das nicht an“ haben alle gesagt, „Und es war echt chaotisch“ erinnert sich der heute 34-jährige.
    Dennoch war diese Liaison der Beginn der Hoffähigkeit der SGE. Die Herrschaft von Trainer Schönwolf geht in der kommenden Saison ins siebte Jahr – das sind ja schon Rehhagelsche Dimensionen.
    Und dennoch herrscht in Eichenfeld keine „Jochenkratie“, sondern Schönwolf setzt auf ein schlagkräftiges Organisationskomittee mit lauter (Ex-)Aktiven, die sich auskennen im Fußball und die überdies ihre Kontakte pflegen. Ohne die gäbe es ernsthafen Fußball wohl kaum mehr bei den Siedlern.
    Zwar ist die erste Mannschaft stabilisiert, spielt seit Schönwolfs Inthronisierung stets zwischen Platz drei und sechs, doch fehlt die Jugend bis auf eine volltürkische B-Jugend momentan völlig, so daß keine Blutauffrischung aus dem eigenen Verein möglich ist.
    Also mußte ein anderer Weg gefunden werden – Connections!
    „Wir haben ja auch kein Geld, also mußte alles über private Kontakte gehen. Und wenn ich sehe, daß Danny Minette, die Ehrentreich-Zwillinge und die Maurer-Brüder noch dazu ich uns hier wieder gefunden haben, haben uns Freundschaften hier sehr geholfen“ so Schönwolf. Negativer Beigeschmack: Lauter alte Recken, die das Durchschnittsalter der Mannschaft auf gut 32 Jahre hoch trieben. Doch auch der jüngste und perspektivisch interessanteste kam aus persönlichen Gründen, schließlich ist Schönwolf Taufpate des Sprosses von Christian von Amsterdam. Der 25-jährige mit der Torgarantie wird trotz manch anderer Anfrage auch bleiben bei der SGE, weil hier das Familäre so wunderbar groß geschrieben wird: „Jeder versteht sich, die Frauen verbringen die Nachmittage zusammen, und die Kinder spielen vorn auf dem Spielplatz“, beschreibt Vize-Abteilungsleiter Minette die neue Hoffähigkeit.
    Und ganz nebenbei hat sich auch der sportliche Erfolg eingeschlichen, mit zwei Zählern Rückstand stehen die Freisinger auf Rang drei der A-Klasse. Und wollen unbedingt nach oben. „Die ersten beiden spielen noch gegeneinander, wir haben nur noch Mannschaften, die hinter uns stehen“, rechnet Abteilungsboss Ehrentreich. Sie sind sich der potenziellen Eigendynamik eines Aufstiegs in die Kreisliga durchaus bewußt: „Im Training und im Spiel ist es d eutlich zu merken, außerdem haben wir die letzten drei Spiele in der Schlußviertelstunde entscheiden können“. Dem Überraschungserfolg beim Tabellenführer SV Hohenkammer mißt der Coach dagegen schmunzelnd nur wenig Sogwirkung bei: “War klar, daß wir da gewinnen“.
    Dann ist's ja scheinbar auch klar, daß sie aufsteigen.


09.09.03
Eingetragen von Diana

zurück







powered in 0.01s by baseportal.de
Erstellen Sie Ihre eigene Web-Datenbank - kostenlos!

1