Diese Frage werden sich sicher einige Fans gestellt haben, die die Indians mit nach Erding begleitet haben.
Auf meine Nachfrage hin habe ich von einem Schiedsrichter folgende Erklärung hierzu erhalten:
Hallo,
mit dem unkorrekten Anspiel verhält es sich mittlerweile so, dass es egal welcher Spieler daran Schuld ist, beim 2. falschen Bully innerhalb einer Unterbrechung eine Kleine Bankstrafe gibt! Die Kleine Strafe für den Spieler selber gibt es nicht mehr. Wenn ein Spieler den Gegner beim Bully abdrängt kann man:
1. den Center vom Bully wegschicken
oder
2. dem Spieler selber eine Strafe wegen Behinderung geben
Gruß
Und so sieht meine Erklärung hierzu aus:
Diese Strafe gibt es, wenn ein Spieler während des Bullys 2 mal in den Abstand fährt, den er zu den Anspielenden halten müsste. Deshalb wird auch immer abgepfiffen, wenn ein Spieler zu früh anfährt. Der Anspielende Spieler wird weggeschickt, obwohl er nicht der ist, der einen Fehler begangen hat. Dann wird neu eingeworfen und wenn sich dann wieder einer zu früh bewegt, gibts 'ne Strafe.
Oder aber der Spieler versucht, den Gegner zu berühren und ihm so am Anspiel zu hindern. Oder aber er führt den Bully gleich mit dem Schlittschuh aus (da bin ich mir aber nicht ganz sicher).
Ich ziehe hierzu auch noch mein (nicht mehr ganz aktuelle) Regelbuch zu Rate, und das sagt zu Strafen beim Anspiel folgendes:
Regel 554g - Verstösse bei Anspielen
Wird ein Spieler durch einen Spiel-Offiziellen vom Anspiel weggeschickt, und ein anderer Spieler des gleichen Teams zögert nach einer Warnung die richtige Position einzunehmen, erhält sein Team eine: Kleine Bankstrafe (2')
Wenn ein nicht am Anspiel beteiligter Spieler, den Anspielkreis betritt, bevor der Puck eingeworfen wurde, wird der Spieler seines Teams, der das Anspiel auszuführen beabsichtigt, vom Anspiel weggeschickt. Für einen zweiten Verstoss erhält der fehlbare Spieler eine: Kleine Strafe (2')
Ebenso schreibt das Regelbuch vor, wie ein Anspiel zu erfolgen hat:
Regel 442 - Ausführung der Anspiele
Der Schiedsrichter oder Linienrichter wirft den Puck zwischen die Stöcke der "anspielenden" Spieler auf die Eisfläche.
Die anspielenden Spieler müssen sich gegenüber aufstellen, rechtwinklig zum Ende des Spielfeldes und etwa eine Stocklänge vom Anspielpunkt entfernt. Die Stockschaufeln müssen das Eis auf dem bezeichneten weissen Feld berühren.
Der Spieler des angreifenden Teams hat in seiner Angriffshälfte den Stock zuerst auf dem Eis zu platzieren. Unmittelbar danach hat dies der Spieler des verteidigenden Teams zu tun.
Bei den Anspielpunkten in der Endzone, müssen sich beide Spieler so aufstellen, dass sie sich gegenüberstehen und mit den Schlittschuhen die Anspiel-Markierungen (Doppel-"L") auf dem Eis nicht berühren.
Kein anderer Spieler darf den Anspielkreis betreten oder sich den beiden am Einwurf beteiligten Spielern, auf weniger als 4,5 m nähern. Sie müssen sich bei allen Anspielen auf ihrer Seite platzieren.
Kein Spieler darf physischen Kontakt (mit dem Körper oder mit dem Stock) mit einem gegnerischen Spieler provozieren, ausser nach erfolgtem Einwurf, beim Spielen des Pucks. 1. Der Schiedsrichter signalisiert den Spielbeginn nicht mit einem Pfiff. 2. Bis das Anspiel ausgeführt ist, darf kein Spielerwechsel erfolgen. 3. Ein Spieler der sich beim Anspiel nicht sofort korrekt aufstellt, obwohl er vom Spiel-Offiziellen dazu aufgefordert wurde, wird unverzüglich durch einen, sich auf dem Spielfeld befindenden Mitspieler, ersetzt. 4. Betritt ein Spieler den Anspielkreis zu früh, pfeift der Spiel-Offizielle, und das Anspiel wird wiederholt, ausgenommen das schuldlose Team kommt in den Puckbesitz. 5. Der Schiedsrichter spricht für die Regelverstösse der Spieler die hierfür vorgesehenen Strafen aus. (Regel 554g)
Bei einem Anspiel am Mittelpunkt der Eisfläche muss der Spieler des Gästeteams seinen Schläger (Stockschaufel) als erster auf das Eis platzieren.