(ba/pg) Mit zwei Heimspielen geht es für den Eishockey-Bayernligsten ECDC Memmingen weiter. Zunächst empfangen die "Gefro Indians" am Freitagabend um 20:00 Uhr den Ligakonkurrenten ESV Königsbrunn. Am Sonntag geht es dann um 18:30 Uhr gegen den Stuttgarter EC zur Sache. Fast in kompletter Aufstellung können die Indians am Wochenende antreten, Lediglich hinter Juniorenstürmer Michael Waldherr steht noch ein Fragezeichen. Er hat sich am vergangenen Samstag beim Juniorenspiel nach einem Kniecheck verletzt. Reiner Vorderbrüggen, Ingo Nieder und Nicolas Oppenberger sind nach ihren Blessuren wieder mit von der Partie. Ein Novum wird es dagegen am kommenden Freitag kommen. Erstmalig wird eine Frau im Seniorenspielbetrieb des Bayerischen Eissport Verbandes (BEV) zum Einsatz kommen. Die 20-jährige Nationaltorhüterin Jennifer Harß läuft für die Memminger Indians im Bayernliga-Vorbereitungsspiel gegen den ESV Königsbrunn auf. Lange wurde vom bayerischen Verband eine Regelung blockiert, die seit Jahren sowohl im Bereich des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) als auch in sämtlichen anderen Eishockey-Landesverbänden Gültigkeit hatte. Dem ECDC Memmingen gelang es in der vergangenen Saison, diese bayerische Sonderregelung zu kippen. Allerdings scheiterte der Plan, die Torhüterin damals bereits einzusetzen zweimal: zum Saisonbeginn 06/07 zog sich Jenny Harß bei ihrer Grundausbildung zur Sportsoldatin einen Mittelfußbruch zu und am Saisonende fiel das geplante Abschlussspiel kurzfristig ins Wasser. Beide Male hatten die Memminger die Gastspielgenehmigung für Harß schon in der Schublade. Doch nun soll es gegen Königsbrunn endlich klappen. Jenny Harß hat alle Nachwuchs-Mannschaften des EV Füssen durchlaufen und steht derzeit dort als Nummer Eins bei den Junioren und als dritter Torwart bei den Senioren im Aufgebot. Mit Doppellizenz spielt sie seit der Saison 2004/05 für die Frauenmannschaft des ECDC Memmingen. Sportliches Highlight in der bisherigen sportlichen Karriere der jungen Sportlerin waren die Olympischen Winterspiele in Turin im Februar 2006, wo sie Stephanie Wartosch-Kürten als Nummer eins im deutschen Tor ablöste. "Ein bisschen nervös bin ich schon" gestand die 48-fache Nationalspielerin vor ihrer Premiere in der Bayernliga am Freitag. Viel Grund dazu hat sie freilich nicht. Zum einen hatte sie schon Kurzeinsätze im Oberligateam des EV Füssen und zum anderen hielt sie dem Druck von rund 8000 Zuschauern in Turin stand, als die deutschen Frauen dank ihrer grandiosen Torhüterleistung gegen die Großmacht USA bei der 0:5 Niederlage das knappste Ergebnis überhaupt erzielen konnten.
(Dieser Bericht wurde mir vom ECDC Memmingen zur Verfügung gestellt.)