Memmingen (rad). Erwartungsgemäß harmonisch und ruhig verlief die Jahreshauptversammlung des Eishockeyclubs ECDC Memmingen. Gerade einmal 83 Minuten benötigten Vorstand und Abteilungsleiter, um die abgelaufene Runde zu beleuchten, einen kurzen Ausblick auf die bevorstehende Runde zu geben sowie die angekündigte Satzungsänderung absegnen zu lassen. Nach der bislang erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte war die Aufgabe des ersten Vorsitzenden Helge Pramschüfer an diesem Abend eher eine der angenehmen Art. In den neugestalteten Räumen der Stadiongaststätte "Zum Puck" konnte er neben den 61 stimmberechtigten Mitgliedern auch Memmingens OB Dr. Holzinger (das 62. stimmberechtigte Mitglied) sowie Sportreferent Fritz Such begrüßen. Nachdem er die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgesellt hatte, übergab der dem - trotz Terminnots - erschienen OB's Dr. Holzinger das Wort. Dieser bedankte sich für das Engagement des gesamten Vereins, der damit den Namen Memmingens auch über die Allgäuer Grenzen hinaus positiv vertrat. Wichtigste Aussage aber war hier, dass sich die Stadt Memmingen - als eine der wenigen Kommunen - auch weiter bereit erklärt, die Zuschüsse für die Übungsleiter weiter aufrecht zu erhalten. Was in seiner Rede dann auch nochmals Sportreferent Such betonte. Danach war nochmals der Blick zurück gestattet. Pramschüfer freute sich über die erreichten Erfolge und blickte schon mal in die nähere Zukunft. "Wir wollen uns in der Bayernliga etablieren und vor allem unseren Nachwuchs einbauen. Wir gehen den Weg mit Memmingern bzw. Spielern aus der Region", sieht Pramschüfer das Memminger Eishockey wieder auf einem positiven Weg. Hier nannte er als nächstes Ziel die Regionalliga - wenn diese wirklich wieder eingeführt wird - ohne allerdings die Mannschaft dafür in die Pflicht zu nehmen. "Wir müssen uns erst etablieren, was schwer genug sein wird." Daneben nannte er auch die Arbeit mit den zuletzt erfolgsverwöhnten Fans, den Mitgliedern sowie den Sponsoren als einen weiteren wichtigen Punkt für die nähere Zukunft. Nicht zuletzt dafür wurde die Vorstandsetage um den dritten Vorsitzenden erweitert. Was allerdings einer Satzungsänderung bedurfte, die auch einstimmig (mit einer Enthaltung) gebilligt wurde. Der bisherige Marketingleiter Michael Rankl wurde (einstimmig bei einer Enthaltung) in dieses Amt gewählt. Zuvor hatte das Wort Schatzmeister Joachim Teicher, der bei einem Etat von € 170.000,00 einen Gewinn von € 4.000,00 für die Rücklagen verbuchen konnte. Der kalkulierte Zuschauerschnitt von 450 Fans wurde mit etwa 750 deutlich überschritten. Die einstimmige Entlastung (bei einer Enthaltung) durch die Mitglieder war daher nur noch Formsache. Für die kommende Saison wurde der Etat auf € 190.000,00 aufgestockt. Kalkuliert wird nun mit einem Zuschauerschnitt von 550, davon 150 Dauerkarten. Bislang scheint die Euphorie bei den Fans groß zu sein, 40 Dauerkarten wurden in den ersten beiden Tagen bereits verkauft, darunter 27 Premiumkarten. Beschlossen wurde daneben auch die Beitragsanpassung. So wird ab dem nächsten Geschäftsjahr (01.05.2006) der einheitliche Beitrag auf € 48,00 angehoben. Der zweite Vorsitzende, Karl-Heinz Hefele ließ danach die Saison der ersten Mannschaft nochmals Revue passieren. Das Ziel, das Halbfinale um den Aufstieg wurde mit dem überlegenen Sprung in die Bayernliga sowie dem Gewinn des Bayernkruges sogar noch übertroffen. Gerade mal zwei Niederlagen (gegen den jetzigen Oberligisten Landsberg in der Vorbereitung sowie in der Vorrunde in Ulm) leistete sich das Team. Ansonsten entfachte die Mannschaft bei den Fans viel Euphorie, was in dem bisherigen Vereinsrekord von 1.510 Fans beim Halbfinale gegen Ulm gipfelte. Überhaupt belegten die Indians mit dem Zuschauerschnitt von knapp 750 Fans im Bereich des BEV (Landes-/Bayernliga) den vierten Platz hinter den Hochburgen Selb, Landsberg und Passau. Auch in der Spielerstatistik konnten die Memminger vordere Plätze belegen. So wurde Sergej Boldavesko mit 76 Punkten Scorerkönig der gesamten Landesliga, mit Martin Löhle (65), Christian Augst (62) und Waldemar Dietrich (52) waren weitere "Indianer" im vorderen Feld zu finden. Mit 19,8 Strafminuten im Schnitt war der ECDC hinter Lindau das fairste Team der Westgruppe. Auf die bisher ebenfalls erfolgreichste Spielrunde blilckte Peter Gemsjäger bei den Eishockey-Damen zurück. Nach 12 Jahren Bundesliga erreichte das Team erstmals die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft, konnte hier allerdings aufgrund großen Verletzungspechs nicht mehr ganz mithalten. Dennoch wurde mit dem 5. Platz eine herausragende Platzierung erkämpft, was nicht zuletzt an den Nationalspielerinnen Raffaela Wolff und Torhüterin Jenny Harß lag. Besonders stolz zeigte sich Gemsjäger darüber, dass Wolff wohl für die Olympischen Spiele im Team der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft "gesetzt" sei. Einen großen Bereich nahmen danach die Berichte von Jugendleiter Werner Tenschert ein. Insgesamt absolvierten die sechs Nachwuchsteams (von den Kleinstschülern bis zu den Junioren) des ECDC 133 Partien, wovon 73 siegreich gestaltet wurden. Aushängeschild war einmal mehr die Jugendmannschaft, die beinahe schon sensationell ihren Vizemeistertitel wiederholen konnte. Daneben sorgten auch die Junioren für positive Schlagzeilen mit ihrem dritten Platz in der Landesliga. Eine bessere Platzierung (und den Aufstieg) verhinderten hier die Doppelbelastung der Leistungsträger, die teilweise in Jugend- und Juniorenmannschaft eingesetzt wurden. Dennoch zeigte sich Tenschert zufrieden, das Ziel, jedes Jahr ein bis zwei Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen, wurde erreicht. Armin Ullmann, Tim Tenschert und Fabian Lämmle saßen hier nicht nur auf der Bank sondern trugen mit ihren Treffern auch zum Aufstieg der ersten Mannschaft bei. Diese soll sich - wie schon erwähnt - als Aufsteiger in der Bayernliga etablieren. Obmann Marcus Klär betonte, dass darauf geachtet wurde, das erfolgreiche Team weitgehend zusammen zu lassen. Zwar verließen mit Michael Klein und Michael Waldherr (beide nach Ulm) sowie Achim Rampp, Johannes Epple und Florian Mancino (allesamt aus beruflichen bzw. schulischen Gründen) den Verein bzw. stehen nicht zur Verfügung. Dafür stießen mit Patrick Vetter (Torhüter), Patrick Meißner (Vereteidiger) und Felix Rachel (Verteidiger) drei Neue zum Club. Daneben wurde mit Andreas Becherer (Stürmer, vom EC Peiting) der mit Spannung erwartete vierte Neuzugang präsentiert. Der in Memmingen nicht unbekannte Andreas Becherer (vom EC Peiting) soll als Mittelstürmer zu einer erfolgreichen Saison beitragen. Die Mannschaft wird Ende August in Landsberg erstmals auf Eis trainieren. Das erste Vorbereitungsspiel wurde für den 2. September beim EV Füssen terminiert. Danach folgt am 4. September in der Memminger Eishalle das Highlight gegen den Oberligisten EV Ravensburg. Zuvor wird in einem Zelt des Sponsors "Memminger" vor der Eishalle die Mannschaftsvorstellung stattfinden. Die Bayernliga-Runde beginnt am 21. Oktober, die Termine werden am 3. August festgelegt. Neu hinzu gekommen sind auch noch je zwei Vergleiche gegen die Landesligisten ESV Buchloe und dem TSV Kottern. Nähere Informationen gibt's auf der ECDC-Homepage unter www.memmingen-indians.de
(Dieser Bericht wurde mir vom ECDC Memmingen zur Verfügung gestellt.)